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Meerbusch
Arbeiterwohnheim im Gewerbegebiet?

Meerbusch: Arbeiterwohnheim im Gewerbegebiet?
Das Gebäude an der Straße Am Meerkamp ist laut Stadt lediglich als Büro- und Verwaltungsgebäude genehmigt und ausgelegt. FOTO: C. Albustin
Meerbusch. An der Straße Am Meerkamp beobachten Anlieger seit Monaten ein eigenartiges Treiben in einem Verwaltungsgebäude. Bei einer Kontrolle Ende vergangener Woche hat die Stadt 80 Personen angetroffen, die dort offenbar leben. Von Julia Hagenacker und Christian Albustin

Rund um ein Verwaltungsgebäude an der Straße Am Meerkamp, mitten im Büdericher Gewerbegebiet, beobachten Anlieger seit Monaten Seltsames: Ab dem frühen Nachmittag fahren dort regelmäßig Fahrzeuge vor, Menschen sitzen auf der Treppe des rot geklinkerten Hauses, um zu rauchen, Mülltonnen quellen über. Für UWG-Ratsherr Wolfgang Müller, der sein Steuerberaterbüro direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite hat, sieht das nicht nach normalem Bürobetrieb aus. Seine Vermutung: Am Meerkamp existiert eine nicht genehmigte Arbeitnehmerunterkunft.

Anfangs, sagt Müller, seien es meistens Autos mit ausländischen Kennzeichen - oft spanischer oder slowakischer Herkunft - gewesen, in denen mehrere Menschen ankamen. "Das war möglicherweise zu auffällig, seit einiger Zeit fahren nachmittags jedenfalls mehrfach offensichtlich gemietete weiße Kleinbusse vor." Auch anderen Nachbarn ist das aufgefallen. "Man kann sehen, dass dort Menschen wohnen", sagt ein Unternehmer, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Ein Anwohner berichtet, dass das Gebäude vor etwa einem Jahr renoviert worden ist.

Wolfgang Müller hat diesbezüglich jetzt im Stadtrat bei der Verwaltung angefragt. Mitarbeiter der Bauaufsicht und des Ordnungsamtes seien am vergangenen Donnerstagnachmittag nach einem Bürgerhinweis vor Ort gewesen, hätten das Gebäude inspiziert und dort 80 Personen und sechs Kleinbusse vorgefunden, berichtete Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage. Eigentümer und Mieter des Objekts seien durch die Bauaufsicht angeschrieben worden. "Jetzt läuft gemäß Verwaltungsverfahrensgesetz ein Anhörungsverfahren", sagt Stadtsprecher Michael Gorgs. Einigen Ratsmitgliedern geht das nicht aber schnell genug. Angesichts der Tatsache, dass es bereits seit Monaten Hinweise auf die Unterbringung gebe, sei das Vorgehen der Stadt zu langsam und zu lasch, sagte Grünen-Fraktionschef Jürgen Peters. "Das Gebäude wurde 1989 als Büro- und Verwaltungsgebäude genehmigt, eine andere Nutzung ist nicht beantragt", so Gorgs. Der Betreiber sei mittlerweile aufgefordert worden, sofort den Brandschutz sicherzustellen und ab 27. Oktober keine neue Vermietung mehr vorzunehmen. "Sollte dem nicht Folge geleistet werden, droht eine Nutzungsuntersagung. Im Rahmen der Anhörung haben Eigentümer und Mieter nun Gelegenheit, Stellung zu nehmen."

Quelle: RP
 
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