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Meerbusch
Artistik und Clownerie unterm Zirkusdach

Meerbusch: Artistik und Clownerie unterm Zirkusdach
Marlon Zinnecker ging gestern mit den Elefantendamen in Osterath spazieren - zur Überraschung der Passanten. FOTO: Jana Bauch
Meerbusch. Der Zirkus Belly hat seine Zelte auf dem Dr.-Hans-Lampenscherf-Platz in Osterath aufgeschlagen. Bis Sonntagnachmittag finden die Vorstellungen unter dem Motto "Simply the best" statt. Zu sehen sind 17 Tiere aus verschiedenen Kontinenten. Von Tim Stakenborg

Leika, Limara und Seila sind die drei Exoten des Zirkus Belly-Wien. Bei ihnen handelt es sich um drei stattliche indische Elefantenkühe im Alter zwischen 35 und 45 Jahren, die als ausgesprochen musikalisch gelten. "Das sind unsere drei Babys" erklärt Marlon Zinnecker, der als Trainer und Sohn des Inhabers Roman Zinnecker für die Tiere mitverantwortlich ist. "Mein Großvater hat sie als Kälber gekauft, aufgezogen und natürlich auch trainiert," erzählt er.

Neben den Elefanten gehören aber auch acht schwarze Friesenhengste zu den Stars in der Manege. Die Pferde führen Pirouetten oder Fächerfiguren vor. Die sechs Kamele des Zirkus, die Direktor Roman Zinneker in die Manege führt, beherrschen ebenfalls diverse Figuren. Auf dem fünftägigen Programm steht außerdem eine Clowns-Gruppe, die viele Jahre im russischen Staatszirkus auftrat und durch das Programm führt. Ein Leiterbalance-Akt, bei dem halsbrecherische Kunststücke an einer freistehenden Leiter vollführt werden und die Netzakrobatik, bei der waghalsige Tricks, ungesichert unter der Zirkuskuppel gezeigt werden, gehören ebenfalls zum Programm, das sich vor allem an Familien richtet.

Die nächste Artistin ist Nadja Scholl: Ihr Accessoires sind seidene Tüchern, die an der Manegendecke hängen. Mandy Zinnecker zeigt auf dem gespannten Drahtseil außergewöhnliche Balancen. Daragh, ein irischer Artist, der seinen Körper kunstvoll verbiegt, und seine Künste mit Hula Hoop Reifen vollführt, will ebenfalls die Meerbuscher Besucher unterhalten. "Außerdem bieten wir moderne, besondere Lichttechnik und musikalische Begleitung mit unserer Sängerin," so Andreas Meyer, Pressesprecher des Zirkus.

Immer wieder ist die Tierhaltung in Zirkussen ein Thema. Alle Tiere, so Marlon Zinnecker, würden in diesem Zirkus unter strengen Auflagen gehalten, jede Woche komme ein Tierarzt zur Kontrolle vorbei. "Das ist Pflicht," erklärt er und sagt, das die Kontrollen immer unangekündigt stattfinden. "Ich finde es richtig, das Kontrollen gemacht werden und dass die Tiere bestmöglich versorgt sind. Ich möchte gar nicht bestreiten, das es schwarze Schafe unter den Zirkussen gibt, aber man muss doch sehr differenzieren." "Für mich gehören Tiere auch einfach zum Zirkus dazu," sagt Andreas Meyer. "Sie sind Teil einer bunten Mischung, die wir den Erwachsenen und Kindern bieten möchten."

Der Zirkus Belly-Wien, der aus Süddeutschland stammt, aber durch viele Auftritte in der Gegend um Wien seinen Beinamen bekommen hat, gehört zu den größeren Zirkussen und bietet in seinem normalen Zelt, dem Chapiteau, bis zu 1700 Gästen Platz. "Wegen des aufgeweichten Bodens in Osterath konnten wir aber nur ein kleineres Zelt mit Platz für 900 Gäste aufbauen," erklärt Meyer. Die Tiere des Zirkus brauchen pro Tag 500 Kilogramm Stroh und 400 Kilogramm Heu, außerdem noch Kraftfutter, Obst und Gemüse.

35 Mitarbeiter gehören zum Zirkusteam, das nach der Station in Osterath weiter zieht Richtung Süden in den Westerwald.

Quelle: RP
 
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