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Porträt
Auf Skate-Tour mit der Vize-Weltmeisterin

Porträt: Auf Skate-Tour mit der Vize-Weltmeisterin
Ein Interview auf Skates: Speedskating-Vize-Weltmeisterin und Vize-Europameisterin Marion Althoff (l.) mit RP-Mitarbeiterin Viktoria Spinrad -Foto: Dackweiler FOTO: RP
Meerbusch. Wer in Meerbusch kann schon von sich behaupten, Vize-Europameister oder Vize-Weltmeister zu sein?

Seit dem vergangenen Wochenende trägt die Lanker Speedskaterin Marion Althoff (59) gleich beide Titel.

Vor einem Monat gewann sie bei den Europameisterschaften im italienischen Salerno ("eine Bergfahrt mit Blick aufs Meer") in der Altersklasse ab 60 bereits Silber, bei der WM im französischen Dijon gab's am vergangenen Wochenende dann eine weitere zweite Platzierung obendrauf. "Der Erfolg war eine Überraschung", sagt Marion, denn eigentlich war sie etwas erkältet.

Trotzdem hat sie es geschafft, einen Schlusssprint einzulegen und eine französische Konkurrentin auf den dritten Platz zu verweisen. "Internationale Rennen sind extrem taktisch", weiß die Skaterin aus 18 Wettbewerbs-Jahren zu berichten. Denn bei Welt- und Europameisterschaften komme es nicht auf die eigentliche Zeit, sondern schlichtweg auf die Platzierung an. "Ohne Teamarbeit mit Windschattenfahren geht da gar nichts". Das Taktieren musste Marion vor drei Jahren am eigenen Leib spüren, als der Schultercheck einer Konkurrentin sie bei der EM durch die Luft fliegen ließ und eine Treppchen-Platzierung verhinderte. "Mit den beiden Silbermedaillen konnte ich quasi das Trauma von 2012 bezwingen", sagt Marion und lacht. Ihr Erfolg ist auch Fleißarbeit: Fünf-bis sechsmal die Woche fährt Marion ihre 110 Zentimeter-Durchmesser Rollen spazieren, im Winter hält sie sich mit Laufen fit: "Ich trainiere nur in und um Meerbusch". Und nimmt dabei hohe Geschwindigkeiten auf: Alleine flitzt sie im Durchschnitt mit rund 30 km/h über Deich und Co., in der Skater-Gruppe werden es dank Windschatten bis zu 35 Stundenkilometer.

Wie kommt man überhaupt dazu, Speedskaterin zu werden? Sportlich unterwegs ist die frühere Leipzigerin und Leichtathletin bereits seit Kindertagen. Als sie ihren Sohn beim Skaten auf der Halfpipe sah, kaufte sie sich mit 40 ihr erstes Paar Skates. Nach ein, zwei Jahren Solo-Rollen entdeckte Marion die Anzeige eines Wettkampfteams. "Dadurch bin ich in die Wettkampfszene reingerutscht - und hängengeblieben. In der Gruppe macht es mehr Spaß. Und ich brauch' einfach das Powern", weiß sie von sich zu berichten.

Außerdem sei Speedskating eine elegante Sportart. "Man braucht Ausdauer, Kraft und Sprint. Und sie ist wie gemacht für Quereinsteiger". Auf lange Sicht zufriedengeben möchte sich Marion mit ihren Silber-Erfolgen aber nicht. "Ich möchte noch bis zur Altersklasse 70 fahren. Und mich bei den Wettbewerben im nächsten Jahr wieder verbessern." Zuviel Druck ist aber auch nicht ihre Sache. "Nach EM und WM ist die Spannung erstmal abgefallen". Ein bisschen Relaxen ist also noch drin - bis zum nächsten SkateMarathon. Viktoria Spinrad

Quelle: RP
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