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Meerbusch
Auftakt für "Meerbusch 2030"

Meerbusch: Auftakt für "Meerbusch 2030"
An der Themeninsel "Mobilität" nahmen gestern Abend Matthias Unzeitig und Ekkehard Deussen vom Fachbereich Straßen und Kanäle die Anregungen auf und kamen mit den Bürgern ins Gespräch. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Mehr als 100 Meerbuscher haben gestern Abend die Startveranstaltung fürs Stadtentwicklungskonzept besucht — und die ersten konkreten Anregungen gegeben, was sich in der Stadt im Grünen ändern sollte Von Martin Röse

Ende nächsten Jahres soll die Stadt Meerbusch ein Konzept haben, wie sie sich für die Zukunft präpariert. Bürger können sich dabei einbringen. Bereits vor zwei Wochen startete ein Internetangebot, bei dem die Einwohner noch bis Anfang nächsten Monats Verbesserungsvorschläge auf einer interaktiven Landkarte eintragen können. Gestern Abend gab's im Foyer des Meerbusch-Gymnasiums den öffentlichen Startschuss fürs Stadtentwicklungskonzept. Mehr als 100 Meerbuscher kamen; viele bereits mit konkreten Ideen. An sechs Themeninseln konnten die Bürger ihre Anregungen geben und mit den Fachbereichs- und Abteilungsleitern ins Gespräch kommen. Manfred Schiffer zum Beispiel, seit 1969 Meerbuscher. "Es wäre sinnvoll, wenn die Verlängerung der Schubertstraße zum Neusser Feldweg für Radfahrrer asphaltiert würde", sagte er. "Viele Radler nutzen die Strecke, die aber in keinem guten Zustand ist. Das wird zwei- bis dreimal im Jahr notdürftig repariert und ist jetzt bei dem Wetter eine einzige große Staubwolke." Seine Anregung wurde auf eine Karte geschrieben, Matthias Unzeitig vom Fachbereich "Straßen und Kanäle" heftete sie an eine Pinnwand zum Thema Mobilität. Weitere Themeninseln gab's zu "Arbeiten und Bildung", "Natur, Umwelt, Landschaft, Klima", "Einkaufen und Freizeit", "Soziales und Gesellschaft" sowie "Wohnen und Wohnumfeld." Auch eine Schar von Kindern kam zu der Bürgerversammlung. Ihre Anregung: Meerbusch braucht eine Skater-Anlage. Kam auf einen Zettel, landete an einer Pinnwand.

Zuvor hatte Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage erklärt: "Lebensqualität ist kein Selbstläufer. Sie muss, auch im Wettbewerb mit anderen Kommunen, immer neu erarbeitet, gesichert und ausgebaut werden." Im Stadtentwicklungskonzept "Meerbusch 2030" soll die demografische Entwicklung ebenso ihren Niederschlag finden - in den vergangenen 25 Jahren hat sich die Zahl der Hochaltrigen in Meerbusch nahezu verdoppelt, während die Zahl der Unter-18-Jährigen um ein Drittel sank - wie neue Anforderungen an Wohnung und Wohnumfeld sowie neue Mobilitäts- und Konsumgewohnheiten. "650 Sterbefällen im Jahr stehen aktuell nur 400 Geburten gegenüber. Nur durch Ausweisung neuer Wohngebiete auf einer Fläche von rund 230 Hektar und entsprechenden Zuzügen ist die Einwohnerzahl in unserer Stadt in den vergangenen Jahren konstant geblieben", sagte die Bürgermeisterin.

Marc Lucas Schulten vom Dortmunder Büro für Stadt- und Raumentwicklung, das im Auftrag der Stadt "Meerbusch 2030" begleitet, zeigte sich zufrieden mit der Resonanz. "Stadtentwicklung ist ein abstraktes Thema." Auf der "Wikimap" gibt's aktuell knapp 600 Einträge und gut 450 Kommentare. Die meisten Einträge stammen von 31- bis 50-Jährigen.

Das Thema "Mobilität" vereint die meisten Anregungen; auf Platz zwei folgen "Wohnen und Wohnumfeld", dahinter der Bereich "Einkaufen und Freizeit". "Wir geben alle Hinweise und Kommentare an die entsprechenden Fachbereiche weiter", erklärte Schulten.

Am Ende, so Mielke-Westerlage, sollen keine abstrakten Zukunftsvisionen stehen, aber auch kein auf Papier gebrachtes Wunschkonzert. "Wir wollen gemeinsam konkrete Projekte und praktische Maßnahmen entwickeln, die unsere Stadt zukunftsfähig machen.

Quelle: RP
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