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Das Wochenende
Ausstellung ganz in Weiß

Das Wochenende: Ausstellung ganz in Weiß
In ihrer Ausstellung zeigt Künstlerin Traute Kessler ihre Papier-Werke, in denen sie mit Licht und Schatten experimentiert hat. FOTO: Marlies Blauth
Meerbusch. Die Apsis der Evangelischen Kirche Osterath, Alte Poststraße 15, bekommt Gelegenheit, sich im Namen der Kunst ab Sonntag 11.15 Uhr wieder einmal von der besten Seite zu zeigen. Der wechselnde Lichteinfall von mehreren Seiten wurde von Künstlern schon häufig gelobt.

In der neuen Ausstellung der Reihe "Kunst in der Apsis" bewirkt diese Architektur-Komponente, dass die Farbe Weiß dokumentieren kann, zwar unbunt, aber facettenreich zu sein.

Darüber hinaus ist dieser Farbton symbolträchtig und kennzeichnet den ersten Sonntag nach Ostern, im evangelischen Glauben auch "Quasimodogeniti" (wie die am Ostersonntag getauften, weißgekleideten Neugeborenen) genannt. Mit dem Ausstellungstitel "Weiß in Weiß" wird ein künstlerisch aufbereitetes Zusammenspiel von Farbe und Material präsentiert. Traute Kessler hat es übernommen, diese beiden Komponenten zu arrangieren und speziell für die Apsis-Kunst drei 100 mal 100 Zentimeter große Bilder angefertigt, deren detaillierte Aussagen sich mit dem jeweiligen Lichteinfall verändern.

Dieses Spiel mit den Schatten ist inszeniert, wird hervorgerufen durch die raffinierte Verarbeitung von weißem Aquarellpapier in unterschiedlicher Körnung in Kombination mit Transparentpapier. Traute Kessler betont das Materialhafte, reißt, schichtet oder rollt die Papiere, setzt nach einer Skizze angefertigte Segmente über- oder nebeneinander und unterstützt mit den entstehenden Schatten-Verläufen das Spiel des Lichts.

Dass der Betrachter diese Details entdeckt, ist der Wunsch der in Herdecke lebenden Künstlerin: "Jeder sollte hinsehen, sich seine Gedanken machen und auch nachfragen", sagt Traute Kessler, die Textildesign studiert hat. Um Spannung aufzubauen, werden die Papiere auf dem Bild differenziert gerissen: "Das richtet sich nach der Anordnung der Papierfasern. Möchte ich starke Zacken haben, reiße ich gegen den Verlauf.

" Die aus dieser Arbeitsweise entstehenden Kanten werden gestalterisch eingesetzt und damit der Eindruck einer linearen Zeichnung erzielt.

(mgö)
 
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