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Meerbusch
Bahn will nächsten Bahnübergang schließen

Meerbusch. Der Übergang Sieperweg in Osterath sei "mit Mängeln behaftet", schreibt die Deutsche Bahn. Von Sebastian Peters

Der Nächste bitte: Die Deutsche Bahn wendet sich erneut mit dem Wunsch an die Meerbuscher Stadtverwaltung, einen Bahnübergang zu schließen. Der Bahnübergang Sieperweg solle ersatzlos geschlossen werden, schlägt die Bahn in einem Brief an die Stadt vor. Der Bahnübergang sei "mit Mängeln behaftet". Das Eisenbahnbundesamt hätte den Bahnübergang bereits im Blick.

Die Bahn schlägt nun vor, einen parallel zur Bahnstrecke verlaufenden Wirtschaftsweg auszubauen, der zum nächsten südlich gelegenen Bahnübergang am Mankartzweg führt. Alternativ könne aber auch ersatzlos gestrichen werden, droht die Bahn an.

Heute Abend (17 Uhr, Technisches Rathaus in Lank) will die Politik im Planungsausschuss über den Antrag der Bahn diskutieren. Die Stadtverwaltung ist gegen den Vorschlag der Bahn: "Aus Sicht der Verwaltung kann einem ersatzlosen Entfall mit einer Wegeführung zum Bahnübergang Mankartzweg aus Gründen der erheblichen Umwege für den Fußgänger- und Radfahrerverkehr sowie der Landwirtschaft nicht zugestimmt werden." Die Verkehrsteilnehmer müssten Umwege fahren.

Zuletzt hatte die Politik der Schließung der Bahnübergänge Hoterheider Weg, Meerbuscher Straße und Strümper Straße zugestimmt. Sie alle sollen wegfallen, wenn in Osterath die neue Unterführung gebaut wird. Der südlich von Osterath gelegene Bahnübergang Sieperweg ist besonders für Radfahrer wichtig.

Die Stadt verweist auch darauf, dass die Bahnübergänge Viehgasse, Görgesheide und Meyersweg gerade erneuert worden sei. Auch deshalb sei die gewünschte Schließung des Bahnübergangs Sieperweg "nicht nachvollziehbar".

In der Vorlage werden auch die Kosten beziffert, die auf die Stadt zukämen. Bei einer Erneuerung des Bahnübergangs hätte die Stadt demnach als beteiligter Wegebaulastträger von den entstehenden 800.000 Euro Kosten ein Drittel zu bezahlen. 85 Prozent davon würde die Stadt wiederum refinanziert bekommen.

Für die Bahn ist jeder weggefallene Bahnübergang lukrativ - die Schrankenanlagen müssen nicht gewartet werden, es gibt weniger Störanfälligkeiten.

Quelle: RP
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