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Meerbusch
Barbara-Gerretz-Schule wird Notunterkunft

Meerbusch: Barbara-Gerretz-Schule wird Notunterkunft
Die Barbara-Gerretz-Schule in Osterath soll im kommenden Frühjahr zur Erstaufnahme-Stelle für Flüchtlinge werden. Im Sommer würde die Schule ohnehin leerstehen, da die Schüler ihren Unterricht ab diesem Zeitpunkt in den Gebäuden der Hauptschule erhalten. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Die Grundschule in Osterath soll im kommenden Frühjahr zur Erstaufnahme werden und die aktuelle Einrichtung am Mataré-Gymnasium ablösen. Die Schüler müssten somit früher umziehen als ursprünglich geplant Von Carolin Skiba

Die Barbara-Gerretz-Schule wird im kommenden Frühjahr zur neuen Notaufnahme für Flüchtlinge umfunktioniert. Die Notaufnahme-Einrichtung in der Sporthalle des Mataré-Gymnasiums in Büderich soll bis zu den Osterferien 2016 weitergeführt werden und dann in die Barbara-Gerretz-Schule umziehen. Die neue Notunterkunft hätte mit 250 Plätzen mehr Kapazität als die bisherige Sporthalle am Mataré-Gymnasium mit 150 Plätzen.

Geplant war, die landesweit geschaffenen Noteinrichtungen im Oktober zu schließen. Nun hat das NRW-Innenministerium aber gebeten, die Einrichtungen wegen der hohen Flüchtlingszahlen für ein halbes Jahr weiterzubetreiben.

Fotos: Eine Nacht in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft FOTO: Bernd Schaller

Ursprünglich sollte der Standort der Barbara-Gerretz-Schule im Sommer 2016 aufgegeben werden - die katholische Grundschule wird mit der städtischen Erwin-Heerich-Schule als Verband in die Gebäude der jetzigen Hauptschule am Wienenweg ziehen. Im Schulgebäude am Wienenweg wird derzeit die auslaufende Hauptschule mit nur noch drei Klassen geführt, so dass ausreichend Kapazität besteht, die Barbara-Gerretz-Schule mit ihren sechs Klassen bereits in den kommenden Osterferien zum Gebäude der Hauptschule zu verlagern. Arndt Fiebig, Schulpflegschaftsvorsitzender, sieht das kritisch. "Wir alle haben einen gesellschaftlichen Auftrag und helfen gerne, aber ich finde es grenzwertig, dass die Politik über so etwas entscheidet, ohne mit uns darüber zu sprechen." Fiebig wünscht sich einen geordneten Umzug der Grundschule und befürchtet, dass dies nun nicht mehr der Fall sein könnte.

Das Gelände der Barbara-Gerretz-Schule soll städtebaulich im Rahmen eines Wettbewerbsverfahrens überplant werden. "Wegen der notwendigen Zeitdauer von rund drei Jahren bietet es sich an, das Schulgebäude mit der angeschlossenen Turnhalle als Notunterkunft des Landes zur Verfügung zu stellen", sagt Frank Maatz, Erster Beigeordneter der Stadt Meerbusch. Die Herrichtungskosten, die mit rund 215 000 Euro kalkuliert wurden, wären vom Land zu tragen, gleiches gilt für die Kosten des Betriebes der Einrichtung.

Fotos: Große Hilfsbereitschaft am Dortmunder Hauptbahnhof FOTO: dpa, mjh

Über die neue Erstaufname wird im kommenden Sozialausschuss am 22. September diskutiert. Frank Maatz sagt: "Die Verwaltung wird diese Lösung empfehlen, da wir so einen Zeitgewinn von sechs Monaten haben." Die Kapazitätsgrenze wäre somit erst im November 2017 statt im Mai 2017 erreicht. Außerdem verhandelt die Stadtverwaltung mit Wohnungsbaugesellschaften über den Bau eines Wohnheims für Flüchtlinge und führt Gespräche mit der evangelischen Kirchengemeinde Büderich zum Bau einer Flüchtlingsunterkunft. "Wir müssen uns auch um langfristige Unterkünfte kümmern, für die Menschen, die uns später zugewiesen werden", sagt Maatz. Dafür wolle man die Zeit bis zu den Osterferien nutzen. Der Bau von Wohnheimen mit der Möglichkeit der Nutzung als "normalen" Wohnraum durch Wohnungsbauunternehmen schaffe Voraussetzungen für eine Integration anerkannter Asylbewerber, so Maatz.

Sollte die Politik dieser Lösung nicht zustimmen und die Notunterkunft am Mataré-Gymnasium doch schon wie ursprünglich geplant im Oktober aufgegeben wollen, stellt die Verwaltung eine Alternativ-Lösung zur Diskussion. So könnte zunächst nur die Turnhalle der Barbara-Gerretz-Schule und das angrenzende Gebäude der ehemaligen Radiowerkstatt zur Unterbringung von Asylbewerbern hergerichtet werden. Am Standort "Osterather Straße" in Strümp würde eine Unterkunft in Modul-Bauweise mit 150 Plätzen errichtet werden.

Quelle: RP
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