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Meerbusch
Bedroht Supermarkt Büdericher Handel?

Meerbusch: Bedroht Supermarkt Büdericher Handel?
Das Areal, auf dem ein Lebensmittelvollsortimenter und eine Drogerie geplant sind, wird von der Willstätter Straße (rechts) und der Böhler Straße (unten) begrenzt. Auf dem benachbarten Areal Böhler (unten links) entstehen derzeit Wohnungen, die in das Einzugsgebiet des neuen Marktes fallen könnten. FOTO: reichwein
Meerbusch. Der geplante Bau eines neuen Nahversorgungsstandortes an der Willstätter Straße in Heerdt sorgt für Bedenken bei Meerbuscher Politikern. Sie befürchten eine Schwächung des Einzelhandels im südlichen Teil Büderichs Von Anke Kronemeyer und Tim Specks

Auf einem brachliegenden Gelände an der Willstätter Straße in Heerdt sollen ein sogenannter Lebensmittelvollsortimenter mit 1500 Quadratmetern sowie ein Drogeriemarkt mit 600 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen. Genau das macht den Meerbuscher Politikern Sorge. Sie haben Angst, dass diese Pläne für das frühere Schiessgelände an der Stadtgrenze zu Meerbusch den Einzelhandel in Büderich schwächen könnte.

Ein Modell des neuen Wohnquartiers in Heerdt: Links oben die Böhlerwerke, daneben die geplanten Meerbuscher Neubauten. FOTO: NPS

"Wir befürchten, dass die Kaufkraft aus Meerbusch nach Düsseldorf abwandert", sagt Michael Assenmacher, Technischer Beigeordneter der Stadt Meerbusch. Mit seinen Bedenken ist Assenmacher nicht allein. Der Ausschuss für Planung und Liegenschaften will in seiner Sitzung am Dienstag, 12. Januar (17 Uhr, Bürgerhaus in Lank), ein Schreiben an das Stadtplanungsamt Düsseldorf beschließen.

Eines der darin formulierten Bedenken: Das Einzugsgebiet des geplanten Nahversorgungsstandorts könnte den angenommenen Umkreis von rund 500 Metern überschreiten. Der Nahversorger soll in ein neu entstehendes Wohnquartier mit rund 1000 Wohnungen integriert werden. Auch auf dem benachbarten Areal Böhler auf Meerbuscher Stadtgebiet entstehen 116 Wohnungen für rund 450 Menschen. Die Bewohner dieses Areals könnten auch zu Kunden des neuen Marktes werden.

Die Politik befürchtet besonders, dass durch den Neubau eines Supermarktes auf dem Gelände in Heerdt der Einzelhandel im südlichen Büderich, insbesondere am Deutschen Eck, geschwächt wird. "Dort ist jetzt schon kein großer Markt mehr angesiedelt. Durch den neuen Nahversorger in Heerdt würde es noch schwerer werden, einen Partner zu finden, der als Magnet auch Kunden für die umliegenden, kleineren Geschäfte anzieht", sagt Nicole Niederdellmann-Siemes (SPD). Auch Werner Damblon (CDU, Vorsitzender des Planungsausschusses), äußert Bedenken. "Das Deutsche Eck hat es wegen seiner nicht optimalen Lage jetzt schon schwer. Wir würden lieber bereits gewachsene Nahversorgungszentren stärken als neue Stellen aufzumachen". Jürgen Peters (Bündnis 90/Die Grünen) erinnert an einen ähnlich gelagerten Fall, bei dem seitens der Stadt Düsseldorf Bedenken gegen einen Supermarkt-Bau in Meerbusch gehegt wurden, der Markt aber gebaut wurde. "Ich finde es schwierig, nun zu kritisieren, was man selbst getan hat."

Beim Handelsverband Nordrhein-Westfalen zeigt man sich verständlich für diese Argumentation. "Ich verstehe die Sorgen der Meerbuscher", sagt Geschäftsführer Rainer Gallus. Wo Stadtgrenzen aufeinander treffen, gebe es solche Interessenskonflikte jedoch häufiger. Ein Gutachten habe keine strukturgefährdenden Auswirkungen für Meerbusch festgestellt. "Die Düsseldorfer", so Gallus, "haben ihre Hausaufgaben gemacht." Das Wichtigste sei aber, dass die Kommunen miteinander sprechen.

Rolf Tups, Bezirksbürgermeister im linksrheinischen Düsseldorf, wundert sich über die Bedenken und die Kritik aus Meerbusch zum jetzigen Zeitpunkt. Zum einen seien die Pläne schon älter und länger bekannt, zum anderen sei eine Einkaufsmöglichkeit an dieser Stelle für die neuen Bürger notwendig. Der Real-Supermarkt an der Schiessstraße reiche nicht aus, um alle Bedürfnisse der Bewohner des neuen Wohnquartiers abzudecken. Er sagt aber auch: "Bis die Bagger rollen, dauert es noch einige Zeit."

Quelle: RP
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