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Heimat genießen - in Meerbusch
Bienchen und Blümchen aus Langst-Kierst

Heimat genießen - in Meerbusch: Bienchen und Blümchen aus Langst-Kierst
Imkerin Verena Uhl an ihrer Abfüllanlage. Sie und ihr Mann haben mit zwei Bienenvölkern angefangen. Das Handwerk brachten sie sich selber bei. Mittlerweile betreut das Ehepaar 20 Bienenstöcke in Langst-Kierst und Strümp. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Ulli Dackweiler und seine Frau Verena Uhl sind Herr über 20 Bienenvölker. Das Ehepaar betreut Bienenstöcke in Langst-Kierst und Strümp und verkauft sogar Honig aus eigener Herstellung - auch dank dem Duisburger Bienenmuseum Von Katharina Schneider-Bodien

Verena Uhl und ihr Mann Ulli Dackweiler haben eine ganz besondere Leidenschaft: Sie züchten Bienen. Zum zarten Anfang waren es ganze zwei Bienenvölker, liebevoll betreut im eigenen Garten. Mittlerweile sind es schon 20. Und diese stehen inzwischen sogar auf Grundstücken in Langst-Kierst und Strümp und bestäuben die Blüten der Umgebung. Im Laufe von sechs Jahren Imkerei ist viel passiert in den Bienenstaaten des Ehepaares.

Alles begann eigentlich ganz zufällig. Bei einem Spaziergang durch Meerbusch hatte das Ehepaar einen Imker bei der Arbeit beobachtet. Neugierig geworden, fingen sie an, sich über die Herstellung von Honig zu informieren. In diesem Rahmen erfuhren die beiden auch von den Nachwuchssorgen der heimischen Imker und ergriffen die Initiative. Teils autodidaktisch, teils mit professioneller Anleitung des Bienenmuseums Duisburg tauchte die ansonsten als Lehrerin für Biologie und Chemie Arbeitende tief in die Honig-Materie ein. In sechs Tagen über ein Imkerjahr verteilt lernte Uhl die Grundarbeitsweise kennen. Schon bald zogen die ersten beiden Bienenvölker im heimischen Garten ein. Parallel dazu sammelte das Ehepaar erste Erfahrungen bei der Vermehrung von Königinnen und der Bekämpfung bedrohlicher Krankheiten wie der Varroamilbe. Schnell wurde der eigene Garten dann zu klein.

Das Imker-Ehepaar Uhl-Dackweiler kann zweimal im Jahr frischen Honig anbieten: eine Sommer- und eine Wintercharge. Sie verkaufen nur einwandfreie Ware aus der Region.

Die Freizeitimker erhielten die Erlaubnis, auf einem Grundstück in Langst-Kierst Bienenvölker zu halten, die Anzahl der Kästen stieg weiter stetig an. Der Honig "von heimischen Pflanzen von vor der Haustür" kommt bei der Bevölkerung gut an. "Die ersten Gläser haben wir noch im Bekanntenkreis verschenkt. Unsere Freunde waren so begeistert, dass wir den Honig mittlerweile verkaufen," sagt Verena Uhl. Die Meerbuscher Kundschaft ist genauso begeistert wie der Bekanntenkreis. Man kennt die Produzenten und weiß, was man bekommt. Das schlichte wie stylisch-schwarze Etikett mit heimischen Sehenswürdigkeiten hebt sich gut vom gelben Honig ab. Da das Ehepaar nur eigenen Honig anbietet und nicht noch weitere Mengen von anderen Imkern dazu kauft, ist die Anzahl der Gläser im Frühsommer und im Winter aber begrenzt. Nur wenige, inhabergeführte Läden führen das Naturprodukt vorübergehend im Sortiment. Der Sommerhonig wird traditionell am Nikolausmarkt in Osterath bei Lili Elwerts Wohnkost angeboten. "Wenn die Gläser verkauft sind, gibt es keinen Nachschub mehr. Die Kundschaft muss dann wieder auf den Frühsommer warten, " erzählt Imkergatte Ulli.

Auch zu der scheinbar begrenzten Welt der Bienen gibt es wissenschaftliche Diskussionen. Der Fachmann weiß: Fragt man zwei erfahrene Imker, bekommt man immer drei Meinungen. Gerade jetzt, wo die Tage kürzer werden, sorgt das Thema Überwinterung für zwei vorherrschende Meinungen. Einige Forscher und Fachleute verkleiden die Bienenbehausungen über die Wintermonate beispielsweise mit Styropor. Diese Ummantelung soll die Bewohner vor Kälte schützen. Das empfinden andere Imker hingegen aber als nicht notwendig. Bienen würden sich durch ihre steten und rhythmischen Flügelbewegungen selbst wärmen. Dass die Luft darum kalt sei, wäre völlig unerheblich. Schließlich findet sich das Volk in der "Wintertraube" rund um ihre Königin zusammen und sichert so das Überleben.

Wie verhält sich nun Meerbusch in dieser Bienen-"Glaubensfrage"? "Wir lassen der Natur freie Hand", erzählt Imkerin Uhl. Man vertraut dem selbstregulierten Wärmehaushalt der emsigen Insekten, füttert aber reichlich Zuckersirup zu. Schließlich war der Honig in den Waben ja für die kalten Tage gedacht.

Quelle: RP
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