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Meerbusch
Botschafter syrischer Musikkultur spielen für Flüchtlinge im Libanon

Meerbusch: Botschafter syrischer Musikkultur spielen für Flüchtlinge im Libanon
FOTO: Damaskus Streichquintett
Meerbusch. Beim Benefizkonzert des Damaskus Streichquartetts wurden mehr als 2000 Euro zugunsten der Jasmin-Hilfe gesammelt. Von Julia Hagenacker

Sie mussten ihre Heimat verlassen, leben jetzt in Berlin, Bremen und Straßburg und verstehen sich als musikalische Botschafter syrischer Musikkultur im Exil. Als die Instrumentalisten des Damaskus Streichquintetts unter Leitung von Raed Jazbeh jetzt auf der von der Stadt mietfrei zur Verfügung gestellten Bühne im Forum Wasserturm standen, verzichteten sie auf ein Honorar und unterstützten so ihre Landsleute, die im Libanon als Flüchtlinge leben müssen.

"Gewissermaßen war es der Krieg, der ihre Musik zu uns brachte", sagt Falko Hönisch. Er führte durch das Programm mit traditionell syrischer und arabischer sowie zeitgenössischer Musik. Dafür gab es anhaltenden Applaus und für die komplette Benefizkonzert-Aktion viel Lob. "Es war eine großartige Idee, mit dieser Musik auf die katastrophalen Zustände in Syrien aufmerksam zu machen", dankt Marlene Abbara, Vorsitzende des Vereins Jasmin-Hilfe. Die Kontakte des Vereins zu Meerbusch, zu dem dort lebenden syrischen Arzt Samir Bittar und seiner Frau Salma, Eva Herriger und Ingrid Kuntze bestehen schon seit einigen Jahren. Sie alle sind stark engagiert und nahmen die Musiker jetzt während ihres Aufenthalts in Meerbusch bei sich auf.

Der Auftritt des Streichquintetts wurde vom Rotary-Club (RC) Meerbusch finanziert. "Wir tragen die Kosten für Anreise und ähnliches", erklärt RC-Präsident Thomas Uhling. NRW-Vizepräsident Oliver Keymis als Schirmherr der Benefizveranstaltung sowie Lothar Beseler, Vorsitzender des Vereins Meerbuscher Kulturkreis, sagen unisono: "Bei einem derart humanitären Zweck mit kulturellem Hintergrund sind wir gerne dabei."

Für Ingrid Kuntze aber, die Organisation und Ablauf in die Hände nahm, ist die Hilfe eine Herzensangelegenheit: "Dieses Elend im Libanon beschäftigt mich sehr." Sie bekräftigt, dass nur vor Ort gefördert wird: "In der Bekaa-Ebene warten hunderttausende Kinder und Flüchtlinge auf Hilfe. Die Spenden werden dort in den Lagern von Freunden der Jasmin-Hilfe verwaltet."

Aktuell können sich alle Mitstreiter über eine mit 2000 Euro gefüllte Spendenbox - das Konzert war eintrittsfrei - freuen. "Aber es wurden auch Überweisungen angekündigt, so dass sich die Summe auf jeden Fall noch erhöhen wird", sagt Ingrid Kuntze. Und auch die Stadt darf sich freuen. "Meerbusch is a beautiful city", lobt der Kontrabassist Raed Jazbeh.

Quelle: RP
 
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