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Meerbusch
Büderich strahlt

Meerbusch: Büderich strahlt
René Rühl, freiwilliger Feuerwehrmann aus Büderich, entzündet die drei Meter hoch aufgeschichteten Holzpaletten. "Vergangenes Jahr war meine Premiere", berichtet der 35-Jährige. FOTO: Christoph Reichwein (crei)
Meerbusch. Der Büdericher Martinszug ist eine der größten Veranstaltungen in Meerbuschs größtem Stadtteil. Viele behaupten: Es ist auch die schönste. Gestern Abend zogen Tausende Kinder und Erwachsene mit

WIE ein Bienenschwarm summt es auf der Büdericher Allee, verschmelzen Hunderte helle Kinderstimmen zu einem einzigen gewaltigen Gebrumm, während der Himmel über Büderich die blaue Stunde hinter sich lässt und binnen Minuten seine Farbe zu einem vornehmen tiefschwarz wechselt. Hunderte Laternen leuchten im Dunkeln. Doppelt so viele Kinderaugen strahlen. Musik, bitte! Aus Trompeten erklingt getragen "Ich geh' mit meiner Laterne.

" Langsam setzt sich der Büdericher Martinszug 2015 in Bewegung. Mit dabei, zu Pferde: Horst Diel als römischer Soldat. Die Hufe seines Schimmels klappern im Vierviertel-Takt. Der Martinszug mit seinen sechs Kapellen und den zahlreichen Helfern ist eine der größten Veranstaltungen in Büderich, Tausende Jungen und Mädchen, Väter und Mütter, Omas und Opas sind dabei, wenn der heilige Mann auf der Schwimmbadwiese sein (echtes) Schwert zückt und seinen samtroten Mantel mit dem Bettler teilt.

Horst Diel spielt den römischen Soldaten, der die Hälfte seines Mantels einem Bettler gibt, seit mehr als 30 Jahren. Hans Kösters gibt als Bischof St. Martin nach dem Zug die Martinstüten aus. FOTO: Christoph Reichwein (crei)

Doch bevor es so weit ist, muss zunächst René Rühl zur Tat schreiten. Das 35-Jährige Mitglied der freiwilligen Feuerwehr wartet auf den Anruf, der ihm signalisiert, dass er seine Fackel an den drei Meter hoch aufgeschichteten Holzstapel halten darf, damit das Martinsfeuer rechtzeitig zur entscheidenden Szene sechs Meter hoch lodert. Die Paletten spendeten Bauern und ein Bauunternehmen. Derweil rüsten sich im Verwaltungsgebäude am Dr.

-Franz-Schütz-Platz drei Frauen für den Ansturm: Hildegard Kösters, Gerdi Hilgers und Ursula Kopp halten die Martinstüten für die Vorschulkinder bereit. Sie sind Profis: "Seit 42 Jahren helfe ich mit", berichtet Kopp - erst Spenden sammeln, dann seit ein paar Jahren auch Tüten ausgeben. Auch Kösters' Ehemann Hans stößt hinzu. Er ist der zweite Büdericher St. Martin, trägt ein Bischofskostüm und reicht den Kindern die Gaben.

Hildegard Kösters , Gerdi Hilgers und Ursula Kopp (v.l.) halten für die Vorschulkinder 355 Martinstüten bereit. Da drin: ein Weckmann mit Tonpfeife, Schokolade, ein Hexenhäuschen und Gummibärchen. FOTO: Christoph Reichwein (crei)

Die Feuerwehr löscht das Martinsfeuer. Seit Monaten haben die rund 100 Helfer unter dem Vorsitz von Inge von Lettow-Vorbeck auf diesen Abend hingearbeitet. Heute geht die Arbeit weiter: 2580 Martinstüten werden die Helfer an die Büdericher Senioren verteilen.

Quelle: RP
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