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Meerbusch
Bürgermeisterin: "Sie werden fehlen"

Meerbusch. Heiko Bechert und Wolfgang Trapp gehen in den Ruhestand. Beide waren Jahrzehnte im Dienst der Stadt Meerbusch tätig und waren für die Themen Umwelt und Bürgerbüros sowie Straßen und Kanäle zuständig.

Am letzten Tag gab es als Geschenk eine Glasspirale des Meerbuscher Künstlers Reimund Franke. Mit Wolfgang Trapp und Heiko Bechert verabschiedete Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage jetzt zwei echte "Klassiker" der Stadtverwaltung.

Wolfgang Trapp verlässt nach 35 Jahren Dienst das Technische Dezernat. 1995 hatte er die Leitung des Tiefbauamtes übernommen, mit der Verwaltungsreform 1998 wurde er Chef des neu aufgestellten Fachbereichs Straßen und Kanäle. "Ein großer Bereich, der besonders im Fokus der Öffentlichkeit steht", betonte Mielke-Westerlage.

Trapp kenne in der Stadt jeden Pflasterstein und jedes Kanalrohr, die Infrastruktur Meerbuschs trage seine Handschrift. In der Amtszeit des erfahrenen Bauingenieurs fallen unter anderem Großprojekte wie die Ortskernsanierungen in Lank-Latum und Osterath oder die Osterather Ortsumgehung. Hart und nervenaufreibend war die Erneuerung der L137, der viel befahrenen Büdericher Ortsdurchfahrt, im Jahr 2008. Die Sanierung des Meerbuscher Rheindeiches zwischen Düsseldorf-Lörick und der Krefelder Stadtgrenze hingegen blieb ihm als "schönste Baustelle" in Erinnerung. Mit Geduld dicke Bretter zu bohren gehörte für Wolfgang Trapp ebenso zum Dienstalltag: Den Bau der Böhlerstraße zur A52 in Büderich und die 2019 erwartete Unterführung der Bahnlinie in Osterath hat der gebürtige Gummersbacher über Jahre hinweg federführend mit vorbereitet. Baubeginn und Fertigstellung erlebt er nun als Pensionär. "Wolfgang Trapp ist ein Fachmann mit Kämpferherz und Prinzipien, für den immer vernünftiges, nachhaltiges und zukunftsorientiertes Bauen im Vordergrund stand", so die Bürgermeisterin. "Er hinterlässt fachlich wie menschlich eine große Lücke in unserem Hause."

Gleiches gelte für Heiko Bechert. Der gebürtige Cuxhavener kam nach dem Studium der Raumplanung an der Uni Dortmund 1979 über Olpe nach Meerbusch, arbeitete zunächst am ersten Flächennutzungsplan für die Stadt mit und wurde 1990 Leiter des neu gegründeten Umweltamtes. "Im Rathaus machten Sie sich schnell einen Namen durch Fachkompetenz und außerordentliche Selbständigkeit", so die Bürgermeisterin. In der Projektgruppe "Neue Steuerung" bereitete Bechert die Verwaltungsreform mit vor, 1998 nahm er auf dem Chefsessel des neuen Fachbereichs Sicherheit, Ordnung, Umwelt, Bürgerbüros Platz. Bechert trat für eine professionelle Vermarktung der neuen "Service-Einrichtung Bürgerbüro" ein. Den Bürgern, jetzt zeitgemäß "Kunden" genannt, garantierte er mutig Wartezeiten unter zehn Minuten - und hielt sein Versprechen ein. Bechert hätte vor allem durch seine Gabe überzeugt, sich ohne Verbissenheit, aber in aller Intensität auch in komplizierteste Sachverhalte einzuarbeiten und lebensnah zu erklären. Komplexe Themengebiete wie der Konverterbau in Osterath oder jüngst die beantragte Kapazitätserweiterung des Flughafens beackerte er mit Herzblut. Seine Liebe galt der Freiwilligen Feuerwehr, für deren moderne Ausrüstung sich der Wahl-Lanker immer einsetzte. Der Meerbuscher Umweltkalender, der Öko-Markt, die beliebten "Bürgerwäldchen" oder auch der jährliche "Saubertag" der Stadt lagen ihm im Umweltbereich am Herzen. Bechert verlässt nach 37 Jahren in Diensten der Stadt seinen Schreibtisch an der Wittenberger Straße in Lank. "Diese beiden Charakterköpfe werden uns fehlen", so Mielke-Westerlage bei der Verabschiedung im Rathaus.

Quelle: RP
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