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Meerbusch
Bürgerverein Nierst wehrt sich gegen Lkw-Verkehr

Meerbusch. Der Ausbau des Hafens und die Ansiedlung weiterer Logistik in Krefeld bereiten Nierster Bürgern Sorgen. Von Angelika Kirchholtes

"Wir müssen aufpassen, dass wir von der Zukunft nicht überrollt werden", sagte Norbert Paas, Vorsitzender des Bürgervereins Nierst, als er bei der Mitgliederversammlung des Vereins zu dem Thema kam, das den Nierstern besonders unter den Nägeln brennt. Denn Zukunft, das heißt für die Nachbarstadt Krefeld Ausbau des Hafens und Ansiedelung weiterer Betriebe und Logistikunternehmen.

"Da entstehen Hallen, die von 150 Lkw gleichzeitig angefahren werden können", sagte der Vorsitzende. Dabei gehe es dem Bürgerverein nicht nur darum, dass der Freiraum immer kleiner und die Luft immer schlechter werde, sondern besonders darum, wo die zunehmende Anzahl der Lkw fahren soll. Ganz klar sei: nicht durch Nierst. Schon heute werde der kleine Ortsteil von Verkehr belastet, der dort gar nicht zugelassen ist. Die Durchgangsstraße, die Stratumer Straße, ist für LKW-Verkehr über 3,5 Tonnen gesperrt. Aber viele Lastwagen hielten sich nicht daran. "Und eine Kontrolle durch die Behörden findet nicht statt", meint Norbert Paas. Vorschläge, bauliche Maßnahmen vorzunehmen oder eine Zone 30 einzurichten, scheiterten daran, dass es sich um eine Kreisstraße handele. "Wir sollten uns nicht alles gefallen lassen, sondern Fotos von diesen Lkw machen", forderte Schriftführer Ulrich Fink. Allerdings würde besonders nachts verbotswidrig gefahren und wer will da schon an der Straße stehen?

Ein anderer Bürger schlug gar vor, die Straße Richtung Krefeld abzubinden. Ob die geplante Anbindung des Hafengebiets an das Autobahnnetz für Abhilfe sorgen könnte (und wenn ja, wann), darüber gingen die Meinungen auseinander. Auf gar keinen Fall will der Bürgerverein, dass es eine Anbindung auf Meerbuscher Stadtgebiet nördlich von Lank gibt. Darin ist man sich mit den Bürgervereinen in Lank-Latum und Bösinghoven einig.

Eine Hafenanbindung sei Sache Krefelds und müsse auf deren Stadtgebiet realisiert werden. Wobei der Bürgerverein Nierst die südliche Variante mit Anbindung an das Kreuz Oppum favorisiert. Eine Nordanbindung mit Erneuerung der Uerdinger Brücke könnte dazu führen, dass viele Lastwagen weiter durch Nierst fahren, um schnell zum Kaarster Kreuz zu kommen. Gemeinsame Aktionen der Bürgervereine zur Untermauerung dieser Position seien in Vorbereitung, informierte der zweite Vorsitzende Wilhelm Webers.

Die Bürgerversammlung hatte launig begonnen, zum Thema Einbruchsprävention referierte Kriminalhauptkommissar Franz-Josef Rytlewski von der Kreispolizeibehörde. Er warb dafür, Türen und Fenster mechanisch nachzurüsten oder gleich neue zertifizierte Fenster einzubauen. "Sonst sind die Einbrecher in 18 Sekunden drin!" Außerdem: "Lassen Sie niemanden ins Haus, den sie nicht persönlich kennen!" Im Jahr 2014 hätten beispielsweise allein in NRW falsche Wasserwerker einen Schaden von 1,8 Millionen Euro angerichtet. Vom Enkeltrick ganz zu schweigen, der mit 11 Millionen Euro zu Buche schlug. Gegen den zur Zeit besonders beliebten Navi-Klau riet er, die Kindersicherung zu aktivieren.

Zum Abschluss der Bürgerversammlung standen Wahlen an. Vorsitzender Norbert Paas wurde in seinem Amt bestätigt. Neu in den Vorstand kommen Dirk Schürmann, Claudia Hillen und Ilona Appel.

Quelle: RP
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