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Meerbusch
"Das ist anstrengender als Fußball"

Meerbusch: "Das ist anstrengender als Fußball"
Beim Beachsoccer können die Zuschauer viele spektakuläre Tore sehen. Der Osterather Peer Petry macht es beim Bundesliga-Spieltag in Düsseldorf mit einem artistischem Seitfallzieher vor. FOTO: Falk Janning
Meerbusch. Der Osterather Peer Petry kann es mit dem Düsseldorfer Beachsoccer-Team Beachroyals noch zur Endrunde schaffen. Von Falk Janning

Beachsoccer ist nicht nur ein Vergnügen für den Strandurlaub. In Deutschland zeigen die Spieler, die mit ihren Vereinen in der Beachsoccer-Bundesliga mitspielen, wie ernsthaft und spektakulär der Sport betrieben werden kann. Zu den Aktiven gehört Peer Petry aus Osterath. 24 Jahre, Student, machte sein Abi auf der Gesamtschule in Büderich. Mit seinem Lachen und seiner positiven Ausstrahlung passt er sehr gut zu der Sportart, die wie kaum eine andere mit Sommer, Sonne, Strand und guter Stimmung in Verbindung gebracht wird.

Peer Petry spielte früher wie die meisten Jungs die ganz konventionelle Fußballvariante mit Stollenschuhen im Gras, wurde beim OSV Meerbusch groß und kickte am Krähenacker unter anderem unter den Trainern Herbert Höffges und Mickey Foehde. Nebenbei spielte er Futsal für Bayer Uerdingen und lernte dort Oliver Romrig kennen. Der Kapitän der Beachsoccer-Nationalmannschaft brachte ihn dann zu dem Sport, den Peer Petry "nicht mehr missen möchte", wie er sagt. "Beachsoccer ist zu meiner großen Leidenschaft geworden", sagt Petry, der sich barfuß im Sand schnell etablierte und beim Bundesligisten Beach Royals Düsseldorf durchstartete. Nationaltrainer Nils Böringschulte berief ihn in den Nationalkader, und so durfte er unter anderem am Vier-Nationen-Turnier in Marokko teilnehmen.

Es fallen auf der 30 mal 40 Meter großen Sandfläche dabei jede Menge Tore, häufig per Fallrückzieher oder Volleyabnahme. Die wesentlichen Unterschiede zum herkömmlichen Fußball gibt der außergewöhnliche Untergrund vor. Auf Sand sind Flachpass-Kombinationen und Dribblings tabu. Stattdessen jonglieren die Spieler den Ball mit Fuß, Brust, Kopf und Knie hoch durch die Luft. Daher sind auch viele spektakuläre Tore zu sehen. "Flugkopfbälle und Fallrückzieher gehören zu jedem Spiel", so Petry. "Der Sand macht das Spiel anstrengend und unberechenbar", sagt Petry. Er findet Beachsoccer cooler als Fußball. "Er ist schneller und spektakulärer. Die Spieler haben mehr Ballkontakte und sind nicht so positionsgebunden."

Beachsoccer ist ein modernes Spektakel, da wummern aus den großen Boxen, die rund um das Spielfeld aufgestellt sind, auch während der Partien die Bässe so laut, dass man kaum sein eigenes Wort versteht. In den Drittelpausen - gespielt wird dreimal zwölf Minuten - haben die Cheerleader ihre Auftritte. "Bei unserem Sport ist immer Action auf dem Spielfeld." Etwa alle 30 Sekunden komme es zu einem Torabschluss. Doch auf dem tiefen Geläuf sei der Kraftverlust enorm, weshalb keiner der Feldspieler durchspiele. "Beachsoccer ist anstrengender als Fußball - deshalb muss man nach drei bis vier Minuten Vollgas durchwechseln."

Petry und seine Kameraden von den Beach Royals Düsseldorf träumen noch vom Gewinn der Deutschen Meisterschaft. In der Bundesliga haben sie zwar einen Platz unter den ersten vier und damit die Playoffs und die direkte Qualifikation für die Endrunde der Deutschen Meisterschaft verpasst, sie können aber noch über einen Sieg bei der Südwest-Meisterschaft den Sprung zu den besten Sechs schaffen. Der Höhepunkt der Beachsoccer-Saison geht Anfang August in Warnemünde bei Rostock über die Bühne. "Wenn wir es dorthin schaffen, ist alles möglich. Wir sind gut drauf und können derzeit jeden schlagen." sagt Petry. "Jetzt einen für die Galerie, Peer", ruft einer seiner Mannschaftskameraden und spielt Petry hoch an. Er steigt hoch in die Luft und drischt den Ball per artistischem Seitfallzieher in das fünf Meter breite Tor.

Quelle: RP
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