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Veganer-Messe in Meerbusch
Die 10 abgefahrensten Produkte auf der "Veggie World 2016"

Die abgefahrensten Produkte auf der Veggie World 2016 in Düsseldorf
Die Veggie World 2016 bringt Freunde des veganen Lifestyles zusammen. FOTO: Veggie World
Düsseldorf/Meerbusch. Bei der "Veggie World" in Meerbusch geht es um vegane Produkte und Dienstleistungen. Wer ohne Tierprodukte leben will, kann sich hier ausstatten. Wir stellen die abgefahrensten Produkte vor. Von Helene Pawlitzki
  1. Veganer waschen sich nur mit Kernseife und kriegen deshalb niemals Falten. Oder besonders früh? Das könnte die Existenz der Firma Yverum beweisen. Zu ihren Produkten gehört zum Beispiel das Hyaluron Eye and Lip Serum, das in Aufmachung (silberner Flakon mit pinker Schrift) und Produktbeschreibung ("Reforcyl, eine pflanzliche Komposition aus Frauenginseng und Zistrose mit sieben Effekten zur Verbesserung von Hautfeuchtigkeit, Elastizität, Falten, Festigkeit, Barrierestärke, Regeneration und Glätte") den teuersten Kö-Kosmetika in nichts nachsteht. Nur dass Hyaluron zu 100 Prozent vegan sein soll.
  2. Wasser ist von Natur aus vegan, aber leider auch ein bisschen langweilig. Zum Glück gibt's Aquion AktivWasser. Die Maschine sieht aus wie eine Mischung aus Sprudel- und Ultraschallgerät. Es verwandelt direkt in der eigenen Küche "gewöhnliches Leitungswasser in energetisch aufgeladenes Aquionwasser". Und das ist gut so, denn Aquionwasser ist "besonders reich an Wasserstoff". Man sagt, zwei H-Atome für jedes O-Atom pro Molekül seien garantiert. Na dann: Prost!
  3. Stell dir vor, du hast sehr viele Haare, aber kein Tier auf dem Gewissen: So muss es sein, die veganen Pelze der Firma Unechta zu tragen. Der Name ist ernst gemeint. Und sicher auch der Hinweis, dass die Fake-Furs dem tierischen Original sehr nah kämen und teilweise sogar überträfen.
  4. Das Problem ist oft, dass man sich erst dann als militanter Veganer outen kann, wenn man den Mund aufmacht. Mit den Shirts der belgischen Firma Bazaar de Luxe geht das schon vorher. Einfach Bauch rein, Brust raus und Sprüche präsentieren wie: "100 F*ckng % Rawmazing", "All I need is a soy latte and lipstick" oder "Allergic to meat, dairy, eggs & people who aren't".
  5. Und für die Muckis unter dem veganen Öko-Fairtrade-V-Ausschnitt-Shirt mit lebensphilosophischem Slogan rührt man sich dann am Besten ein paar vegane Proteine von Be Green in den Soy Latte. Von Reisprotein, Erbsenprotein oder Chiaprotein schwellen sicher nicht nur die Muskeln, sondern auch das gute Gewissen.
  6. Am schönsten sind immer noch die Produkte, bei denen man nicht genau weiß, was sie tun. So wie der Ökotensor der Firma Inve Austria. Wobei eigentlich klar ist, was er tut: schwingen. Doch auch im Lichte dieser Information bleibt der Werbetext auf der Website der Firma rätselhaft: "Durch seine harmonische Konstruktion ist der Ökotensor nicht nur für Einsteiger ideal", heißt es dort. "Er ist leicht und weich in der Hand und eignet sich daher für langes Arbeiten. Der Tensor besteht aus einem Korkgriff, einer vergoldeten Antenne mit Holzring und jetzt neu mit Sicherheitsbuchse." Good vibrations sind garantiert.
  7. Kein Deo? Kein Problem. Die Firma P. Jentschura sorgt mit dem AlkaWear® Basischen AchselKissen für ein "sicheres Auftreten in Beruf, Freizeit und Sport". So, wie es klingt, sieht es auch etwa aus: wie Windeln, die man unter den Armen trägt. Wer's nicht glaubt, findet hier ein Foto.
  8. Alles im Leben kann vegan sein - auch Kunst. Das zeigt der Künstler Roland Staller. Der Eindrücklichkeit wegen sei seine Selbstbeschreibung im Netz im Original wiedergegeben: "Du bekommst von mir einzigARTige 'WAFFEN UND MUNITION' für die VEGANE REVOLUTION, den KAMPF GEGEN SPEZIESISMUS und die TOTALE BEFREIUNG DER TIERE & ERDE", verspricht Staller. Zu kaufen gibt es neben Shirts, Taschen und Buttons auch Poster, Postkarten, Sticker und Drucke. Lieblingsmotiv: Nackter Mann mit Bambi-Kopf, dem ein Bein fehlt und der mit seiner Krücke den Hasen Klopfer streichelt. Titel: "Rehkeule".
  9. Vegane Taschen nannte man bekanntlich ja früher einfach Plastiktüten. Veganes Schuhwerk nennt man einfach Füße. Wenn es nach der Firma Leguano geht, sind nämlich Barfußschuhe das einzig wahre. "Was ist der Grund dafür, dass in Deutschland jedes Jahr mehr als 500.000 Operationen alleine an Knie, Hüfte und Rücken vorgenommen werden?", fragt die Firma kritisch auf ihrer Website. Schuld ist - "die Erklärung ist recht einfach" - die steife Schuhsohle. Damit unsere verweichlichten Zivilisationsfüße diese Erkenntnis überleben, gibt es Barfußschuhe. Die sind zwar nicht wasserfest, aber da Füße Eigenwärme erzeugen - auch so eine Erkenntnis - trocknen sie nach einem Regenschauer recht schnell wieder. Alles gut also.
  10. Wer sich auf der "Veggie World" wohlfühlt, sollte direkt dafür sorgen, dass der Nachschub an Gleichgesinnten nie nachlässt. Das geht zum Beispiel mit einer Mitgliedschaft in der V-Partei³, der Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer. Sie hat sich im April 2016 auf der "Veggie World" in München gegründet. Wer es also schon bei Punkt 1 bis 9 kaum erwarten konnte, die Produkte zu testen, sollte sich schnellstmöglich um einen Parteimitgliedschaftsformular bemühen. Gibt's auch auf der "Veggie World".
Video: VeggieWorld: Vegane Proteinriegel im Check

Übrigens: Neben der "Veggie World" finden am Wochenende auch der Heldenmarkt und die Paracelsus-Messe statt. Mehr Infos dazu hier. Und alle Infos zur "Veggie World" gibt es auf der Website der Messe.

 

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