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Meerbusch
Die Arche ist in Sicherheit

Düsseldorf. Lange Zeit schwebte die Vision eines Gewerbegebiets für das Gelände an der Marienburger-/Düsseldorfer Straße wie eine dunkle Wolke über der Jugendfarm. Diese Planung ist jetzt vom Tisch. Hildegard Miedel ist erleichtert. Von Heike Schoog

Hildegard Miedel (75) ist erleichtert. Der Standort der Arche Noah scheint gesichert. "Die Jahreszahl 2010 hatte ich immer im Hinterkopf. Das hat mich sehr nervös gemacht", sagt die 75-Jährige, die 1982 eine Wiese an der Düsseldorfer Straße für das Pony ihre Tochter gepachtet, und damit den Grundstein für die Arche Noah gelegt hat. Doch der beunruhigende, gut zehn Jahre alte Plan, wonach das Gebiet zwischen Düsseldorfer- und Marienburger Straße als Gewerbefläche entwickelt werden sollte, ist inzwischen vom Tisch.

Pädagogische Arbeit

"Das haben wir in unserem Kooperationspapier ganz deutlich festgehalten", sagt CDU-Fraktions-Chef Werner Damblon. "Eine Entwicklung südlich der Marienburger Straße findet nicht statt", heißt es in dem Papier wörtlich. Auch seitens der SPD gibt es keinerlei Bestrebungen, die Farm zu verlegen. "Die Arche Noah gehört genau dorthin, wo sie ist", sagt SPD-Fraktions-Chefin Ilse Niederdellmann. Es sei zwar einmal angedacht gewesen, die Arche zum Freizeitpark Eisenbrand zu verlegen, aber dort passt sie nicht ins Konzept.

Auf der Farm werden nicht nur Freizeitangebote gemacht, dort wird pädagogisch gearbeitet. "Es ist eine Freude zu sehen, wie sich Kinder entwickeln, wenn sie im Team mit Tieren arbeiten", beobachtet Hildegard Miedel regelmäßig. Dabei würde auch ein verwöhntes Einzelkind soziale Fähigkeiten entwickeln.

Rund 50 Kinder schauen in der Woche auf der Farm vorbei, füttern und versorgen Tiere. Esel, Ponys, Ziegen, Schweine – sie alle leben vom Engagement des Teams um Hildegard Miedel und von dem Einsatz der Schüler. "Die Kinder sind zwischen sieben und 16 Jahre alt", erläutert die Gründerin der Arche. Ihre Arbeit wird inzwischen verstärkt von einem aus vier bis sechs festen Kräften, die zum Teil ehrenamtlich, zum Teil auf 400-Euro-Basis arbeiten. "Einige sind beim Förderverein fest angestellt", so Miedel. Die Stadt unterstützt diese anerkannte Einrichtung der Jugendhilfe mit einem Zuschuss für die pädagogische Teilzeitkraft.

Ostereier suchen

Aus Büderich ist der Streichelzoo kaum wegzudenken – vor allen Dingen in den wärmeren Monaten herrscht dort reges Leben. Ostern steht die Arche wieder offen für alle, die Ostereier und Nester suchen wollen. "Unsere Jugendlichen bereiten diese gerade vor", sagt Miedel, der nicht nur jede helfende Hand sondern auch jede Spende willkommen ist. Anders geht es nicht. Nur vom Eintrittsgeld, dem Verkauf von Tierfutter oder dem Ponyreiten könnte die Einrichtung kaum überleben.

Denn nicht nur die 4000 Quadratmeter, die intensiv genutzt werden, bedürfen der Pflege. Auch die umliegenden Wiesen und Weiden werden von den vielen Mitarbeitern gepflegt. "Die Anlage ist tiptop in Ordnung", so Miedel, die froh ist, ein Team um sich zu haben, das auch funktioniert, wenn sie 'mal nicht dabei ist.

Quelle: RP
 
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