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Meerbusch
Die Baulandschaft von Osterath

Meerbusch: Die Baulandschaft von Osterath
Daniel Scheeder (v.l.), Fritz und Chris Scheeder bauen auf dem Parkplatz die Einfassung eines Blumenbeetes. FOTO: Christoph Reichwein
Meerbusch. Die Sommerferien bringen vor allem Ruhe nach Meerbusch - aber nicht für die Bauarbeiter Von Maike Billen

Die Winklerweg ist gesperrt, nur Transporter biegen ab oder Autos, die zu Aldi fahren. Schon erschließt sich dem Beobachter die wohl größte Baustelle Osteraths. Kleine und große Erdhügel stechen hervor. Ein Beton-Fahrmischer rumort aus der Ferne. Mitten auf einem Parkplatz ruckelt ein Bagger zu drei Bauarbeitern hin. Dort sollen später die Kunden eines Supermarktes parken. Die Männer bauen die Einfassung eines Blumenbeetes, das direkt neben einer Unterstellung für Einkaufswagen entsteht. Alle drei heißen mit Nachnamen Scheeder. Fritz und Chris sind Brüder, Daniel ist der Sohn von Fritz. Der Jüngste gibt dem Fahrer in der Baggerkabine Handzeichen und ruft: "Hoho!" Also Stopp - die Schaufel schließt sich. An der Fassade des gewaltigen Gebäudes lehnt ein Gerüst, damit Maler streichen können. Der Glaseingang des Supermarktes ist offen, laut dröhnen Bohrer oder Schleifmaschinen. Ein Mann legt eine Bordsteinzange auf den Boden und stemmt die Arme in die Hüfte: "Ich warte auf den Bagger." Ein Blick auf die Nachbarschaft: Auf der höchsten Etage eines Gebäudeskeletts leiten Arbeiter einen Kran an. Ein Handwerker erwartet eine Mitarbeiterin vom Grünflächenamt. Kopfschütteln. "Nun gut, dann kommt bald eine andere junge Frau", sagt er. Vermutlich. An einer Stelle sind rund 14 Bäume in robuster Schieflage in den Boden eingeschlagen. Die Bäume zierten einst einen Kreisverkehr.

Sicher sähen die vielen Bauarbeiter aus der Vogelperspektive wie emsige Ameisen aus. Mal werkeln sie alleine und verstreut über das Gelände, mal in der Reihe. Die Arbeiten signalisieren Geschäftigkeit, die Bauprojekte Unfertigkeit. Bauarbeiter schuften und schwitzen. Doch irgendwie schaffen sie es, Gelassenheit auszustrahlen. Die Mehrheit hat stets einen flotten Spruch auf den Lippen.

Es geht auf halb eins zu. Zwei Männer in blauen Latzhosen heben ein Stück vom Zaun, der das Baugelände umfasst, aus der Verankerung und schlüpfen durch ein Loch. Der Magen knurrt, Mittagspause.

Quelle: RP
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