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Jubiläum
Die Kellerkinder kegeln seit 55 Jahren

Jubiläum: Die Kellerkinder kegeln seit 55 Jahren
Die Kellerkinder - das sind: Peter Metzing, Klaus Zehle, Günter Esser (liegend), Präsident Horst Heisel, Horst Sellner, Jürgen Lattrich, Rainer Brenner (hockend) und Joachim Monden FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Kegeln ist wie Yoga. Das zumindest behaupten die Kellerkinder. "Kegeln macht soviel Spaß. Kegeln ist Bewegung, Freude und es ist vor allem gesellig", sagt Peter Metzing, einer von acht Mitgliedern des Büdericher Kegelclubs Kellerkinder.

"Beim Kegeln lassen sich die Sorgen ausblenden", erklärt Horst Sellner. "Kegeln ist Entspannung", findet Klaus Zehle. Und Günter Esser, mit 59 Jahren der Benjamin des Klubs, fügt hinzu: "Man kann auf der Bahn den Alltagsstress hinter sich lassen." Entspannung nach der Arbeit suchten im April 1960 Angestellte der Böhler-Werke. Als Ausgleich zum Job sollte gekegelt werden, damals noch ein regelrechter Volkssport. So entstanden vor 55 Jahren die Kellerkinder, deren Gründungsmitglieder aus der Lohnabteilung der Böhler-Werke stammten, und die lag im Keller des Verwaltungsgebäudes. Die Ur-Besetzung des Klubs hat sich längst verabschiedet, und natürlich hat es auch bei den Kellerkindern einen Generationswechsel gegeben.

"Was wir hier machen, ist die Folklore der älteren Generation", meint Klubpräsident Horst Heisel. "Im Grunde stirbt Kegeln aus." Aber die Mitglieder halten die inzwischen schon fast archaisch anmutende Kegel-Tradition hoch. Die acht Kegler sind ein Mal pro Monat mit Begeisterung dabei, wenn es auf der Kegelbahn im Restaurant "Gulasch" heißt: "Ran ans Holz". "Hier wird viel gelacht, das ist uns wichtig", meint Joachim Monden. Spaß steht an erster Stelle, gerne werden ein paar Alt gekippt, Schnaps ist tabu. Das ist die eiserne Regel der Kegler.

Wichtig ist immer das Spiel.

40 Kegelvarianten hat Bahnwart Metzing für die Kellerkinder zusammengestellt. Am liebsten spielen die rüstigen Acht Team gegen Team. Schon mal kommt es dann zu verbalen Auseinandersetzungen. "So richtig ernst ist es hier sowieso nie", weiß Jürgen Lattrich. Heisel lacht: "Wir gehen uns nicht gleich an die Gurgel." Und der Ehrgeiz, gibt es den nicht in dieser Runde? "Doch schon", geht ein Aufschrei durch die Gruppe, "manchmal." Dann macht wieder jemand einen Witz und alle lachen. Außerdem werden für fehlerhafte Würfe Gebühren erhoben. "Wer einen Pudel schmeißt, muss bezahlen", so Heisel. Die Strafzahlungen fließen komplett in die Reisekasse. Die Kellerkinder reisen viel und gerne, Städtetouren und Kultur gehören zum festen Programm. "Das sind keine Sauftouren", betont Esser. Und Heisel schiebt nach: "Das hat nichts mit Ballermann oder Sauerlandstern zu tun!" Alle zwei Jahre steht eine große Fahrt an, dann geht es ins Leipziger Stasi-Museum, mit der Rikscha durch Heidelberg oder im Trabbi durch Dresden. Die Reisen, immer unter dem Motto Kultur und Gourmet, sind den Kellerkindern heilig. Demnächst steht Hamburg auf dem Programm. Organisator Rainer Brenner will nichts verraten. "Was wir dort machen, plane ich noch." Etwas Besonderes wird es in jedem Fall werden. Eugenia Kindel

Quelle: RP
 
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