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Serie Mein Urlaubsbild
Die Motive kommen aus dem Meer

Meerbusch. Winfried Jansen bringt von seinen Reisen Gegenstände mit, die er nach und nach in seine Kunst einfließen lässt. Der gebürtige Duisburger lebt seit fast 50 Jahren in Lank-Latum und ist in vielen Künstler-Vereinen aktiv Von Monika Götz

Am liebsten mag es Winfried Jansen, wenn er sich vor Ort mit Zeichenblock und -stift hinsetzen und mit schnellen Strichen das Gesehene festhalten kann. Vor Ort bedeutet in diesem Zusammenhang ein Strand am Meer, ein Platz in Paris, Rom, Florenz oder Montepulciano, in den Niederlanden, in Irland, auf Kreta oder in der Steiermark.

Von dort und von etlichen anderen Orten hat der examinierte Architekt und Kunstprofessor aber auch Naturprodukte mitgebracht, Dinge, die ihm ins Auge fielen und die in seine Zeichnungen, Radierungen und Aquarelle eingeflossen sind. Die ergiebigste Fundgrube ist für Winfried Jansen das Ufer eines Gewässers. In der niederländischen Provinz Zeeland am Strand der Schelde machen er und seine Familie häufig Urlaub. Wenn dort mit den Gezeiten die Tide einsetzt, findet er im freigelegten Sand Fossilien, Muscheln, Krebse, Schnecken oder anderes Getier. "Ich hebe alles auf und nutze viele der Dinge als Zeichenvorlage", sagt Jansen, der nach dem Studium an der Kunstakademie Düsseldorf und vor seiner Architektentätigkeit als Lehrer für Kunst und Wirken auch an der Realschule Osterath tätig war.

Einige Reste der in Irland gesammelten und in einem Plastiksack aufbewahrten Fundstücke dienen noch heute als Modell. Er hält auch Köpfe von Fischen - schnell für eine Bouillabaisse verarbeitet -, Teile von Langusten, selbst geangelte Schollen oder Aale in Bildern fest. In eine Art Setzkasten hinein gebaut und auf die Leinwand gebracht werden so einige der Fundsachen in Bildern verewigt.

Per Aquarell - stets in zarten Farben - wurde auch der Blick aus dem Haus in Zeeland aufs Meer mit den Schiffen am Horizont festgehalten. Viele der wahrgenommenen Aus- und Einblicke finden sich erst einmal in einer Skizze wieder. "Ich zeichne das, was ich sehe. Die Skizzenbücher, ein ganzer Stapel, sind eine Art künstlerisches Tagebuch", erzählt Winfried Jansen. Stift, Tuschfeder und Farbstift sind seine ständigen Begleiter. Und am liebsten arbeitet er auch heute im Freien, "auf einem Höckerchen". Seine Arbeiten, die nach eigener Aussage alle von der "Kunst des Weglassens" leben, erinnern ihn an Orte, die ihm besonders wichtig sind. Dazu gehört seine Heimatstadt Duisburg. 1935 dort geboren ist er der Stadt eng verbunden, erinnert an die großartige Rheinfront, die lange Geschichte und sagt lachend: "Ich spreche auch noch den alten Dialekt."

Seit 1966 aber lebt er in Lank-Latum, ist im Heimatkreis Lank und beim Kulturstammtisch aktiv. Die von diesen Vereinigungen angebotenen Reisen nimmt Winfried Jansen gerne wahr, um weitere Motive für seine Kunst im Skizzenbuch zu archivieren. Auch im Verein Meerbuscher Künstler ist er als Gründungsmitglied (1978) und ehemaliger Vorsitzende bis heute aktiv.

Quelle: RP
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