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Meerbusch
Die Natur ist das beste Model

Meerbusch. Zuerst kommt die Figur auf das weiße Blatt. Erst danach folgen die mehrfarbigen Blüten, die in dem von Editha Hackspiel ausgewählten Motiv die Bronzefigur "Mädchen auf der Mauer" des Bildhauers Clemens Pasch (1910-1985) umgeben. Dieses Arrangement gefällt der Künstlerin besonders gut: "Natur und Kunst müssen harmonieren."

Mit derartigen Vorgaben geht sie auf Motivsuche. Wenn der richtige Blickwinkel gefunden ist, setzt sie sich mit mehr als 60 Stiften, die sie in einer Zigarrenschachtel aufbewahrt, vor ihre Staffelei: "Mit Pastellstiften kann ich zeichnen und malen. Sie sind für die Arbeit im Freien ideal."

Heute sollen die violett-farbenen Blütendolden des Zierlauchs ihre Leuchtkraft bekommen. "Ich male nach der Natur", erklärt Editha Hackspiel, "die einzelnen Farben stehen nicht separat, sie verteilen sich über das gesamte Blatt." Dieses Bild sei noch im Anfangsstadium, erst nach und nach fülle sich die weiße Fläche. Zwischendurch kommt der Wischer zum Einsatz. Er gehört wie Spezialspitzer und Typenreiniger zu den Utensilien, die die Künstlerin mitnimmt, wenn sie im Freien malt: "Das ist kommunikativ. Die Leute fragen nach, wer ich bin und in welcher Technik ich arbeite."

Auf dem Gartenbild, das jetzt auf der Staffelei steht, werden von Zeit zu Zeit mit dem Wischer einzelne Linien verwischt, erst zuletzt bekommt der Hintergrund eine Tönung, die sich aus den unterschiedlich benutzten Farben zusammensetzt. "Auch nach 70 Jahren Kunsterfahrung wird das Malen und Zeichnen nicht zur Routine", erzählt Editha Hackspiel.

Sie liebt ihren Garten und ist stolz darauf, die Beete - auf einem Betschemel sitzend - selbst in Ordnung zu halten. Auch die Zierlauch-Pflanzen hat sie liebevoll gepflegt: "Im vergangenen Jahr, zu meinem 90. Geburtstag, habe ich drei Blüten geschenkt bekommen. Jetzt sind es zwölf."

Quelle: RP
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