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Meerbusch
Die Naturgewalt im Rücken spüren

Meerbusch: Die Naturgewalt im Rücken spüren
Beim ersten Lauf der Regatta lugt noch die Sonne aus den dunklen Regenwolken hervor. Die blaue Boje markiert den Startpunkt. Der Wind weht allerdings nur mäßig: Die Surfer müssen ihren Brettern mit gekonnten Bewegungen des Segels Antrieb geben. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Der Windsurfing-Club Meerbusch hat gestern mit der ersten Vereinsregatta am Wochenende die Saison eröffnet. Neun Wettkämpfer trotzten dem trüben Wetter und surften über den See in Osterath Von Maike Billen

Ein lautes Tröten hallt an diesem Sonntagmittag um 12 Uhr über den See am Neusser Feldweg in Osterath. Noch fünf Minuten haben die Windsurfer, um sich dem Startpunkt der ersten Vereinsregatta 2015 des Windsurfing-Clubs Meerbusch zu nähern. An einer blauen Boje beginnt das Rennen. Die Segel steigen hoch. Winfried Droste schaut auf seine Uhr und zieht eine Startpistole aus der Hosentasche und drückt ab. Der Wind weht, aber nicht stark. Die Surfer müssen "pumpen". Sie rütteln am Segel, als würden sie ein Ruder wieder und wieder ins Wasser tauchen - für den Antrieb.

30 Minuten zuvor: Die Wettkämpfer bereiten sich auf den ersten Lauf vor. Eine junge Frau macht im Neoprenanzug große Schritte über den Rasen. Vielleicht zwickt es noch. Der Anzug wird eingelaufen. Julian Fiege sprüht Silikon zwischen die Dichtlippen des Schwertkastens. Der 26-jährige fährt für den Club in der Surf-Bundesliga. Seit zehn Jahren ist Fiege begeistert vom Windsurfen. "Das Faszinierende ist die absolute Verbindung mit der Natur." Den Wind im Rücken, der Druck in den Händen: "Man spürt die Naturgewalten", sagt Fiege.

Acht Vereinsmitglieder nehmen am ersten Lauf teil, bei den weiteren Läufen neun. Die jüngste Wettkämpferin, 13 Jahre alt, trudelt 30 Minuten später ein. "Schnapp Dir Dein Brett", ruft ihr Winfried Droste lächelnd zu. Er ist Starter bei der Regatta, sonst wacht er als Kassenwart über die Clubfinanzen.

Die Strecke auf dem See umfasst 1,5 bis zwei Kilometer. "Die genaue Länge hängt davon ab, wie oft jemand kreuzen muss", erklärt Droste. Während die Surfer auf dem See die drei Läufe der Regatta absolvieren, rauschen nebenan die Autos vorbei. Der 160 000 Quadratmeter große See liegt neben der A57. Der Verkehr stört die Windsurfer allerdings nicht. "Irgendwann klingt die Autobahn wie Meeresrauschen", sagt Julian Fiege und lacht. Fiege siegte bei der Regatta. Für Neumitglied Jürgen Dreisbach (59) war es die erste Regatta überhaupt: "Es war schön, aber anstrengend." Günter Guhra, mit 65 Jahren der älteste Teilnehmer, ist bereits seit 1979 Mitglied. 1978 wurde der Windsurfing-Club gegründet. Guhra holte den zweiten Platz bei der Regatta.

Die dunklen Wolken am Himmel mögen einige Surfer und Besucher abgeschreckt haben. Nicht aber Heike Grundmann. Sie kam mit Ehemann und Hund. Die Strümperin erkundigt sich nach einer Möglichkeit, ihrem Hobby des Stehpaddelns (Stand Up Paddling) nachzugehen. Das lernte sie im Urlaub auf Mallorca kennen. In Deutschland sei das Wetter unbeständig, aber kein Grund, nicht aufs Brett zu steigen. Grundmann: "Regen ist doch nur Wasser von oben."

Quelle: RP
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