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Meerbusch
Die Ökos von Lank-Latum

Meerbusch. Anfangs galten die Initiatoren des Ökomarktes noch als Sonderlinge: Mittlerweile sind wir alle ein bisschen bio und der beliebte Markt läuft zum 25. Mal - diesmal mit so vielen Ausstellern wie nie. Von Sebastian Peters

Ein gutes Vierteljahrhundert ist der Ökomarkt alt. Wolf Meyer-Ricks vom Naturschutzbund, die treibende Kraft hinter der liebenswerten Veranstaltung im nördlichen Meerbuscher Stadtteil, kann sich gut an die Anfangsjahre erinnern, als die "Ökos" noch belächelt wurden. "Damals wurde man in eine bestimmte Nische gesteckt." Umweltfreundliche Produkte habe es damals noch nicht im Handel gegeben, erinnert Heiko Bechert, Meerbuscher Leiter des Fachbereichs Umwelt. Das hat sich geändert. Für den nächsten Ökomarkt am Sonntag, 5. Juni, kann der Naturschutzbund (Nabu) als Ausrichter eine Rekordbeteiligung vermelden: "Der bisherige Rekord lag bei 74 Ausstellern, in diesem Jahr haben wir 81", sagte Wolf Meyer-Ricks gestern bei einer Pressekonferenz.

Der Ökomarkt-Boom und seine Gründe: Als das Projekt startete, im ersten Jahr organisiert durch die Stadtverwaltung, sollte der Markt eine Botschaft transportieren: "Schützt Eure Umwelt." In den ersten Jahren sei zwar ein festes Stammpublikum gekommen, aber die breite Masse habe man nicht erreicht, bilanziert Meyer-Ricks. Erst die Erweiterung des Marktes um Kunsthandwerk, also schöne Dinge, habe die Idee in der Bevölkerung verankert. Immer breiter wird das Angebot: So gibt es in diesem Jahr neben dem Markt auch einen Kindertrödel, eine Fahrradbörse des ADFC und einen Bücherflohmarkt. Die ganze Hauptstraße in Lank wird zur Marktmeile.

Natürlich sind die klassischen Aussteller dabei: Greenpeace, BUND, Nabu, dazu Unternehmen aus den Bereichen Heizungstechnik, Solarenergie. Die Stadtverwaltung informiert zudem über das Stadtradeln (am 5. Juni ist auch Start des "Stadtradelns") und über die geplante Kapazitätserweiterung des Flughafens. Mittlerweile zeigen auch viele Meerbuscher Betriebe Interesse an der Teilnahme. Unter den sieben neuen Ausstellern ist etwa die Initiative "Kleine Zwerge", die hausgemachte Leckereien für den guten Zweck verkauft. An einer "Glücksaufladestation" kann man Handgemachtes kaufen. Auch der erste Meerbuscher "Bio- und Ökomaler" will sich präsentieren. "50 Prozent des Marktes sind Kunsthandwerk, der Rest hat einen Ökohintergrund", sagt Wolf Meyer-Ricks. Der Platz sei mit den bisherigen Ausstellern voll ausgeschöpft - mehr geht kaum. "Es wird schon eng." Bei gutem Wetter kann mit großen Besucherzuspruch gerechnet werden - auch Düsseldorfer und Krefelder kommen mittlerweile in den beschaulichen Lanker Dorfkern.

Standmiete müssen die Händler nicht zahlen. "Aber einige geben uns eine Spende für den Nabu", sagt Wolf Meyer-Ricks. Heiko Bechert lobt ihn als treibende Kraft des Marktes: "Ohne ihn würde der Ökomarkt nicht laufen."

Quelle: RP
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