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Meerbusch
Die Schlagloch-Flicker

Düsseldorf. Nach Ende der ersten Frost- und Schnee-Periode gehen Bauhof-Kolonnen gegen Schlaglöcher vor.Carsten Beck und Rudi Fabricius beseitigten gestern Schäden unter anderem auf der Strümper Buschstraße. Von Jan Popp-Sewing

STRÜMP Das Mittel gegen Schlaglöcher heißt Asphalt. Mit geübter Hand klatscht Straßenbauer Carsten Beck eine Schaufel voll Kalt-asphalt auf ein in der Fahrbahn der Buschstraße klaffendes Loch in der Größe einer Suppenschüssel. Jetzt das ganze plattdrücken, damit die Füllmasse sich in jedem Winkel der Senke verteilen kann und am Ende keine allzu autofahrerfeindlichen Hubbel übrigbleiben. Das Ergebnis wird dann noch mit Sand abgestreut, damit der Asphalt nicht gleich am Reifen des ersten darüber rollenden Autos kleben bleibt. Fertig. "Autos, die jetzt über die Stelle fahren, pressen den Asphalt noch tiefer ins Loch und glätten das Ganze. Je mehr desto besser", erklärt Beck und nimmt sich das nächste Schlagloch vor.

Der Winter hat vielen Meerbuscher Straßen übel mitgespielt, viele im vergangenen Winter notdürftig geflickte Stellen sind wieder aufgeplatzt. Allein auf der Strümper Buschstraße verteilten sich gestern etwa 30 Löcher. In einigen stand das Regenwasser zentimetertief.

Bei Begehungen haben städtische Mitarbeiter mehr als 160 Schadstellen auf städtischen Straßen entdeckt – tatsächlich dürften es noch weit mehr sein. Die Stadt setzt zurzeit zwei Kolonnen gegen die Frostschäden ein. Wenn keine Streueinsätze mehr nötig sind, sollen es drei sein.

Eine der Kolonnen besteht aus Carsten Beck (33) und seinem Kollegen Rudi Fabricius (49). Um 8 Uhr starteten die beiden gestern in Bösinghoven und arbeiteten sich dort die Bösinghovener Straße hoch. Nach der darauf folgenden Tour durch Strümp steuerten sie am Nachmittag Lank-Latum an und arbeiteten im Gewerbegebiet In der Loh und an der Mühlenstraße weiter. Das regnerische Wetter machten ihnen dabei keine Probleme.

Den Wegeplan stellt die Verwaltung den Schlagloch-Beseitigern nach Ergebnissen der Rundgänge städtischer Straßenbegeher zusammen. Der praktische Kaltasphalt kann zwar bei jedem Wetter eingesetzt werden, hat aber gegenüber heißem Asphalt den Nachteil, dass die Flicken nicht so dauerhaft halten. Wie lange? Kommt drauf an, sagen die Frostschadens-Experten – zwischen zwei Wochen und zwei Jahren.

Bei den Anwohnern betroffener Straßen sind Beck und Fabricius gern gesehen. Auch da, wo ihr haltendes Baufahrzeug Autofahrer zum langsamen Fahren zwingt, stoßen sie sofort auf Verständnis. Gelegentlich kommen auch Bürger vorbei und weisen auf Schlaglöcher in in benachbarten Straßen hin. Manchmal werden diese dann auch gleich mitverfüllt.

Und wo sind Meerbuschs schlimmste Schlagloch-Pisten? "Jeder Stadtteil hat da ganz spezielle Problemstraßen", sagen die Straßenbauer. Besonders häufig sind sie derzeit auf Büdericher Allee und Friedenstraße unterwegs, die unter den Folgen der Büdericher Straßenbaustelle zu leiden haben. Doch im Vergleich mit anderen, finanzschwacheren Städten sehe es in Meerbusch bei Winterschäden auf den städtischen Straßen noch recht gut aus.

Die Stadt rät Bürgern mit Schlaglochproblemen übrigens, sich direkt an den Bauhof zu wenden (Telefon 02150-916-345).

Quelle: RP
 
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