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Meerbusch
"Die Winterwelt ist so schnuckelig"

Meerbusch: "Die Winterwelt ist so schnuckelig"
Alles selbst gemacht: Kuchen, Pieroggi oder Suppe werden bei Iwona von Malewicz und ihrem Team Ilona Pawlus und Gabriele Schäfer am Stand zubereitet. Nebenan verkaufen sie Socken, Kinderschuhe oder Fellwesten. FOTO: Anke Kronemeyer
Meerbusch. Bis einschließlich Neujahr kann man auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz wieder Eislaufen, Reibekuchen essen oder Glühwein trinken. 20 Verkaufsstände laden ein, für die Kinder gibt es außerdem Vorlesestunden und Kasperletheater. Von Anke Kronemeyer

Kaum hatte die Winterwelt geöffnet, schon hatten sich zahlreiche Kinder und Jugendliche die Schlittschuhe untergeschnallt und drehten ihre Runden. "Und wir haben direkt abends hier gestanden und Glühwein getrunken", sagt Andrea Greuner aus Büderich. Ist dieser Weihnachtsmarkt nicht ein bisschen früh? "Auf gar keinen Fall", sagt die Mutter der vierjährigen Philippa. "Dadurch sind wir schon richtig in Adventsstimmung und dekorieren jetzt auch die Wohnung."

Für Philippa steht fest: Am liebsten dreht sie ihre Runden auf dem Kinderkarussell, an zweiter Stelle steht die Vorlesestunde mit dem Lesepaten Krumi. Fürs Eislaufen ist sie noch ein wenig zu jung, darf aber schon mal gucken. "Nächstes Jahr vielleicht", verspricht ihre Mutter. "Aber hier kann sie gut als kleines Kind üben, auf dem Eis zu laufen." Und weil das so viele Kinder tun, sind auch die Pinguin-Hilfen regelmäßig vergriffen.

Die vierjährige Philippa hat ein neues Hobby: Karussellfahren auf der Winterwelt. Ihre Mutter Andrea Greuner geht gerne mit ihr auf den Platz. FOTO: anke kronemeyer

Denn die 300 Quadratmeter große Eislauffläche steht im Mittelpunkt der Büdericher Winterwelt, die wie jedes Jahr vom Oberkasseler Gastronomen Klaus Unterwainig mit Hilfe vieler Sponsoren und Partner organisiert wird. Die Stadt Meerbusch ist wieder dabei, wenn am zweiten Dezember-Wochenende der Biatholon ausgetragen wird.

Drei Tage lang, vom 8. bis 10. Dezember, können sich Meerbuscher in einem Simulationstrainer 300 Meter im Langlauf versuchen und direkt danach mit dem Lasergewehr auf fünf Scheiben zielen; Infos unter www.biathlon-aufschalke.de. Die Gewinner sind in der Schalke Arena beim richtigen Biathlon dabei.

Reibekuchen sind die Spezialität von Hilde Malzkorn. Sie war schon bei der ersten Winterwelt dabei. FOTO: anke kronemeyer

Neben vielen Stamm-Verkäufern, die wie Hilde Malzkorn mit ihrem Reibekuchenstand jedes Jahr in Büderich stehen, sind auch wieder einige neue Buden da. In diesem Jahr ist das Iwona von Malewicz, Polin mit Wohnsitz in Düsseldorf - und im Übrigen die Großnichte des Malers Kasimir Malewitsch. Sie verkauft mit ihrem Team polnische Spezialitäten.

Das sind zum einen Pieroggi (Maultaschen), aber auch Osepki (geräucherter Schafskäse mit Preiselbeeren) oder Bigos (Krauttopf mit Sauerkraut, Wurst, Fleisch und Steinpilzen), aber auch die Zupa Ogórkowa (Gurkensuppe) mit Kartoffeln, Ei und Sahne. Am Textil-Stand verkaufen die Frauen Handwerkliches: dick gestrickte Socken, Westen mit Fell, wärmende Kinderschuhe.

Hilde Malzkorn freut sich über die neuen Nachbarn: "Ich habe mir erst mal Handschuhe bei ihnen bestellt." Denn am Wochenende zogen die Temperaturen doch ziemlich an, so dass die Verkäufer sich warm einpacken mussten, um Tag und Abend auf dem Platz gut zu überstehen. An einem Stand in dieser Reihe werden auch wieder Karten verkauft: Das ehrenamtliche Team von Unicef aus Meerbusch bietet eine Auswahl von Unicef-Weihnachts- und Grußkarten an. Der Stand ist von Montag bis Freitag, 16 bis 20 Uhr, samstags von 11 bis 19.30 Uhr sowie sonntags von 12 bis 19.30 Uhr geöffnet.

Es sind immer tausende, die die Winterwelt bis über den Jahreswechsel besuchen. "Dieser Markt ist aber auch wirklich sehr schnuckelig", sagt Hilde Malzkorn, die eigentlich im vergangenen Jahr angekündigt hatte, aus Altersgründen an ihren Sohn Gilbert abzugeben. Aber jetzt steht er dann doch auf einem anderen Weihnachtsmarkt, und sie macht einfach weiter. Andrea Greuner liebt die Winterwelt, weil sie so klein, überschaubar und familiär ist und sie viele Bekannte trifft. "Hier können die Kinder auch mal alleine laufen", meint sie und guckt, ob Tochter Philippa bei ihrem ersten eigenen Einkauf (Mandeln für drei Euro) auch alles richtig macht.

Quelle: RP
 
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