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Meerbusch
Dubioser Fleischfund sorgt weiter für Gesprächsstoff

Meerbusch: Dubioser Fleischfund sorgt weiter für Gesprächsstoff
In diesem Heuhaufen will ein Spaziergänger Fleischstücke gefunden haben. Die Jäger haben dort einen so genannten Luderplatz angelegt. FOTO: Dackweiler, Ulli (ud)
Meerbusch. Ein Spaziergänger will schon einmal Fleischreste gefunden haben. Jäger locken am "Luderplatz" den Fuchs an. Von Anke Kronemeyer

Das Stück Fleisch, das am Wochenende in der Nähe des Parkplatzes am Modellflugplatz gefunden worden ist, sorgt nach wie vor für Gesprächsstoff. Hundebesitzer waren in Sorge und hatten Angst davor, dass dieses etwa drei Pfund schwere Stück Fleisch eventuell vergiftet sein könnte. Sie brachten es zur Polizei. Die nahm es in Augenschein und befand es für ungefährlich.

Am Dienstag dann die Reaktion eines RP-Lesers, der regelmäßig auf den Wegen am Rhein mit seinen Hunden spazieren geht. Er habe schon häufiger Fleisch genau in der Ecke gefunden, berichtet Thomas Nachtigal. Fundort: die Heuhafen unterhalb der kleinen Bodenkanzel, die hinter dem Pumpengebäude steht.

Jagdpächter dort ist der Büdericher Ulrich Barthel. Er erklärt den jagdlichen Sinn eines so genannten Luderplatzes: Von Jägern erlegte Kaninchen oder Hasen werden ausgeweidet, die Innereien an diesem Platz liegengelassen, um damit den Fuchs anzulocken. Der darf - und soll sogar - geschossen werden, weil er oft mit Tollwut infiziert ist. Liegen die kleineren Fleischstücke auf dem Boden beziehungsweise im Heu, nähert sich der Fuchs auf der Suche nach Nahrung, der Jäger in der Kanzel sieht und erschießt ihn. Ob das am Wochenende gefundene Fleisch nun vom Luderplatz stammt, kann Barthel nicht bestätigen. "Ich halte das eigentlich für ausgeschlossen, weil wir nicht so große Stücke Fleisch auslegen."

Der Jagdpächter kennt die Sorgen der Hundebesitzer und ihre Angst vor Giftködern, aber: "Ich habe noch nie gehört, dass dort in der Gegend vergiftete Köder ausgelegt worden sind."

Ganz generell wird auf diesem Stück Rheinvorland immer weniger gejagt. "Es gibt ja kaum noch Niederwild", bestätigt auch Hegeringleiter Philip Munscheid. Nur noch selten könne man Fasane sehen, und auch die Population von Hasen und Kaninchen sei sehr reduziert. Grund: Greifvögel wie der Habicht übernehmen die Jagd auf diese Tiere, aber vor allem Krähen haben es auf die sogenannten Bodenbrüter abgesehen. Darum müssten die Jäger, so Ulrich Barthel, eigentlich mehr Jagd auf Krähen machen, die sich rund um den Modellflughafen in Scharen aufhalten. "Aber Jagd auf Krähen - auch wenn sie per Gesetz erlaubt ist - ist an solchen Spazierwegen nicht darstellbar."

Grund für den Rückgang des Niederwilds, so Munscheid, sei aber auch die veränderte Arbeit der Landwirte. "Sie stehen immer mehr unter Druck, fahren mit viel schwereren Geräten als früher und müssen sogar in der Dunkelheit ernten." Dass dadurch Fasane, Hasen und Kaninchen getötet werden, weil sie nicht mehr gesehen werden, liege auf der Hand.

Für die Hundebesitzer bleibt die Situation unverändert: Sie achten nach wie vor auf verdächtige Gegenstände, die auf den Wegen liegen, und wollen sich gegenseitig warnen.

Quelle: RP
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