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Meerbusch
Ein Kind mehr pro Gruppe: Politik stimmt Kita-Plan zu

Meerbusch. In Meerbusch wird im kommenden Kita-Jahr ein Kind mehr pro Gruppe betreut werden als bisher. Das hat die Politik im Jugendhilfeausschuss gegen die Stimmen von FDP, UWG und Grünen beschlossen und ist damit nach einer eineinhalbstündigen Debatte dem Vorschlag von Dezernent Frank Maatz gefolgt. Die Stadt will sicherstellen, dass der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz gewährleistet werden kann, also die Eltern nicht zur Klage gezwungen werden. Weiterhin soll in der Turnhalle der Kita Lummerland in Büderich eine zusätzliche Gruppe provisorisch eingerichtet und die Kita Nepomuk um eine sechste Gruppe erweitert werden. Von Sebastian Peters

Die Debatte war kontrovers. Immer wieder war in den Beiträgen der Mitglieder von UWG, FDP und Grünen zu spüren, dass sie den Vorschlägen von Dezernent Frank Maatz nicht folgen wollten. Insbesondere störte die Politiker, dass die Stadt eine Überbelegung vorschlägt, aber plausible Alternativen nicht nannte. Ralph Jörgens (FDP) forderte etwa, dass die Stadt erneut Gespräche mit dem Eigentümer der Immobilie Kita Kreutzerhof aufnimmt. Isabelle von Rundstedt vom Jugendamtselternbeirat merkte an, dass durch die Nutzung der Turnhalle im Lummerland das pädagogische Konzept des Bewegungskindergartens beeinträchtigt werde. Daniela Glasmacher (UWG) schlug vor, dass die Stadt Ausschau nach einer Wohnimmobilie halten solle, die als Kita genutzt werden kann.

Tatsächlich hatte Dezernent Maatz ursprünglich in der Vorlage sogar den Neubau einer Kita in Büderich angeregt. Er strich den Beschlussvorschlag wieder und begründete dies damit, dass Ende des Jahres das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) verabschiedet werden soll. Am 27. September tagen Planungsausschuss und Rat. "Daraus ergeben sich signifikante Veränderungen für Infrastruktur und zukünftige Bedarfe", sagte Maatz. Er brachte das Beispiel, dass der Neubau eines Wohngebietes in Meerbusch den Bedarf an Kita-Plätzen schnell verschieben könnte.

Für Wirbel sorgte insbesondere eine Aussage gegen Ende der Debatte, als Maatz sagte, dass er für eine Überbelegung mit einem Kind mehr pro Gruppe eigentlich kein Votum des Ausschusses benötige, dies rechtlich auch so möglich sei. Maatz betonte, er habe über dieses Vorgehen einen breiten politischen Konsens herbeiführen wollen. "Dann hätten wir aber hier überhaupt nicht debattieren müssen", sagte Guido Fliege von den Grünen.

Quelle: RP
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