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Meerbusch
Ein Schwertransport im windigen Nierst

Meerbusch. Der Wetterumbruch sorgt für gähnende Leere im kleinen Stadtteil. Nur die Kinder spielen mit Freude Von Niklas Vogel

Um Punkt 12 Uhr erklingt die Glocke der St. Cyriakus Kirche. Der aufkommende Wind treibt Landluft in die Straßen von Nierst. Es ist ein kühler Mittwoch Mittag, der das sonnige Wetter und die tropischen Temperaturen aus den letzten Tagen schnell vergessen macht. Dicke Wolkenfelder ziehen über die Region und bringen die ersten Regentropfen mit sich. Zu diesem Zeitpunkt hat der Wind bereits ein freistehendes Fahrrad auf den Boden gerissen.

Eine Dame kämpft währenddessen auf ihrem Fahrrad noch fleißig mit dem Gegenwind. Zeit für ein kurzes und freundliches "Hallo" hat sie dennoch. An der Haltestelle wartet eine jüngere Frau unbeirrt auf den Bus. Bei diesem ungemütlichen Wetter verlassen heute wohl eher Wenige das Haus. Auch die Tischtennisplatte auf dem Vorplatz der Kirche bleibt heute unberührt. Einzig und allein ein leises Kindergeschrei ertönt aus dem örtlichen Kindergarten.

Eine Hand voll Kinder treiben sich auf dem Gelände herum. Beim Fußballspielen zeigen sich die Jungs unbekümmert von der aktuellen Wetterlage. Zwei andere wiederum haben mit den vielen auf der Stratumer Straße aufgestellten Halteverbotsschildern zu kämpfen. Das Meer von Schildern, die auf einen nächtlichen Schwertransport hinweisen, erschwert es den Kindern, wie gewohnt mit ihrem Kettcar um die Kurven zu schleudern. Einer ihrer Reifen bleibt beim Abbiegen an einem der besagten Schilder hängen.

Noch bis zum kommenden Freitag, wenn der Schwertransporter das letzte Mal durch den Ort fährt, müssen die Anwohner aus Nierst abends um Parkplätze kämpfen. So scheint sich das Geschehen im Ort aktuell mit hoher Wahrscheinlichkeit nachts abzuspielen. Die "Pajas"-Statue auf dem Vorplatz samt Brunnen plätschert jedoch weiter fröhlich vor sich hin.

Quelle: RP
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