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Meerbusch
Ein Vierteljahrhundert an Klinik-Spitze

Meerbusch: Ein Vierteljahrhundert an Klinik-Spitze
Vor 25 Jahren wurde nicht nur das Rheinische Rheumazentrum gegründet, sondern fing auch Thomas Pauly seine Arbeit als Chefarzt an. FOTO: RRZ/U.D.
Meerbusch. Das Rheinische Rheumazentrum besteht seit 25 Jahren. Chefarzt ist seit der ersten Stunde Thomas Pauly. Meerbusch wurde dem gebürtigen Berliner mit den Jahren zur geschätzten zweiten Heimat Von Regina Goldlücke

Zu Beginn des neuen Jahres gelangte Thomas Pauly an eine bedeutende Markierung: Vor 25 Jahren hatte er am 1. Januar seine Tätigkeit als Chefarzt am St. Elisabeth-Hospital aufgenommen.

Das Datum hing damals mit der Gründung des Rheinischen Rheuma-Zentrums zusammen. Dass daraus in kurzer Zeit eine der renommiertesten Spezialkliniken für Rheumachirurgie und Gelenkersatz werden konnte, ist ganz wesentlich der Verdienst von Thomas Pauly. Regelmäßig nimmt der Orthopädische Chirurg bei bundesweiten Rankings für Knie- und Hüftoperationen einen Spitzenplatz ein. Und mit ihm rückt seine Meerbuscher Klinik in den Fokus, deren Patienten-Aufkommen kontinuierlich steigt. "Solche Auszeichnungen sind erfreulich und eine schöne Anerkennung", sagt Thomas Pauly. "Aber sie gebühren immer dem gesamten Team, auch denen in der Pflege. Wir haben das Glück, uns auf einen beständigen Stamm von Fachärzten stützen zu können. Viele Mitarbeiter sind seit langen Jahren bei uns."

Dazu gehört an vorderster Front der aus Belgien stammende Robert Van Ende, Leiter des Zentrums für Fußchirurgie, ebenfalls seit 1991 in Lank. Im Jahr 2000 kam Stefan Ewerbeck als Chefarzt für Innere Medizin und Rheumatologie dazu. "Wir haben die Patientenzahlen auch 2015 wieder deutlich gesteigert", berichtet Pauly. Das bedeutet mehr Arbeit für alle. "Der bürokratische Aufwand wird immer komplexer", sagt er. "Auch die aktuelle Krankenhaus-Reform macht uns das Leben nicht leichter. Leider sind auch die Einflüsse politischen Wunschdenkens zu spüren, die meist zu weiteren Belastungen führen. Da kann man nur dankbar sein, wenn die Mitarbeiter derart engagiert sind."

Hatte er bei seinem Antritt mit 38 Jahren an eine Lebensstellung in Lank gedacht? "Damals blieb ein Chefarzt in der Regel dort, wo er angefangen hatte", bestätigt Thomas Pauly. "Den Job zu wechseln wie in anderen Branchen kam unter Medizinern erst in den letzten Jahren auf. Das hängt auch stark vom Arbeitsumfeld ab. Hier in Meerbusch fühle ich mich sehr wohl. Ich schaue zwischen den Operationen nicht gegen Betonwände, sondern in einen großen Garten." So ganz leicht habe er sich, aus Münster kommend, aber nicht eingelebt in Meerbusch. "Ich bin kein Freund der dunklen, manchmal gedrückt wirkenden Backsteinhäuser. Davon gibt es aber immer weniger, und deshalb gefällt es mir in Lank auch so gut. Ein weiterer Vorteil: Ich kann die Klinik mit dem Fahrrad erreichen." Er sei "grün angehaucht", fügt er hinzu. "Wenn ich die Ergebnisse des Klimagipfels in Paris betrachte, mache ich mir Sorgen. Also steuere ich wenigstens im Alltag Richtung Grün. Auch wenn ich manchmal vielleicht belächelt werde."

Der Berliner wuchs in Wesel auf. Beide Eltern waren Ärzte, doch automatisch ergab sich seine Berufswahl nicht. "Ich hatte erst etwas Technisches im Sinn, war aber in Mathe nicht gut genug", erzählt er lächelnd. "Dann dachte ich an etwas Manuelles. Schließlich wurde es doch die Medizin. An mein Fachgebiet kam ich mehr durch Zufall. Man konnte sich das seinerzeit nicht so einfach aussuchen wie heute." Seine Frau und zwei seiner drei Kinder sind ebenfalls Ärzte, die Tochter in Aachen, der Sohn an der Charité in Berlin.

Blickt er zurück auf seine 25 Jahre in Lank, fallen ihm drei wesentliche medizinische Fortschritte ein: "Beim Gelenkersatz sind die Endoprothesen immer besser geworden. Viel getan hat sich auch bei den Möglichkeiten der Gelenkspiegelung, zum Beispiel im Bereich der Schulter. Und in der Rheumatologie stehen uns jetzt moderne Medikamente zur Verfügung. Sie wirken tief in verschiedenen Ebenen des Immunsystems und mindern dort die Entzündungsaktivität rheumatischer Erkrankungen erheblich. Damit wird die Lebensqualität der Betroffenen wesentlich gesteigert."

Quelle: RP
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