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Meerbusch
Eine ganze Stadt in tiefer Trauer

Meerbusch: Eine ganze Stadt in tiefer Trauer
Eine Meerbuscherin trägt sich in das Kondelenzbuch ein, das die Stadtverwaltung im Bürgerhaus Lank neben einer weißen Kerze ausgelegt hat. Auf einem Infoschildchen wird auf den öffentlichen Trauergottesdienst morgen um 11 Uhr in der St.-Stephanus-Kirche in Lank-Latum hingewiesen. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. An verschiedenen Stellen im Stadtgebiet haben die Menschen gestern der Opfer des Absturzes gedacht. Drei Passagiere des Germanwings-Airbus stammten aus Meerbusch. Abi-Scherze gibt es heute in "abgemildeter Form" Von Martin Röse

"Unfassbar! Warum? Wir sind sehr traurig über den Verlust..." Das Kondolenzbuch der Stadt Meerbusch für die Opfer des Flugzeugabsturzes in den französischen Alpen hat sich gestern im Laufe des Tages schnell gefüllt. Viele Meerbuscher trugen sich mit ihrem Namen ein, einige füllten je eine ganze Seite in dem Büchlein mit dem schwarzen Einband - mit sehr persönlichen Zeilen, häufig direkt an die Meerbuscher Opfer gerichtet. Eine ganze Stadt befindet sich in tiefer Trauer, nimmt Anteil am Schicksal der Toten und der Hinterbliebenen.

An Bord der Maschine befanden sich drei Menschen, die aus Meerbusch stammten. Ein Ehepaar, das sich den Städtetrip nach Barcelona selbst geschenkt hatte und zwei schulpflichtige Söhne hinterlässt. Und ein Mann, der in Meerbusch aufwuchs, seit Jahren in Spanien lebte, seine Familie in Meerbusch besuchen wollte. Er hinterlässt seine Frau und ein anderthalbjähriges Kind.

17 Uhr: Alle Mitglieder des Stadtrates erhoben sich zur Schweigeminute. FOTO: Dackweiler, Ulli (ud)

Als um 10.53 Uhr die bundesweite Schweigeminute anbricht, versammeln sich auf Einladung der Bürgermeisterin die Menschen an vielen Orten in Meerbusch: vor der Mauritiuskirche in Büderich, auf dem Osterather Kirchplatz, selbst auf dem Bauhof in Strümp ruht die Arbeit, stehen die Menschen zusammen, innerlich bewegt. "Meerbusch ist keine Großstadt. Hier kennt fast jeder über zwei, drei Ecken jemanden aus der Familie der Opfer", sagt ein Mann.

Insbesondere das Schicksal der beiden Vollwaisen betrifft viele. Das Kinderhospiz Regenbogenland hat gestern angeboten, die Trauerbegleitung zu übernehmen. Zur Schule gehen die beiden Kinder des Meerbuscher Ehepaares derzeit nicht. "Wir haben direkt am Mittwoch mit allen Schülern sehr intensiv über die Situation gesprochen", berichtet der Schulleiter des älteren der beiden Söhne. Die Mottowoche der Abiturienten mit Verkleidung und Musik wurde ausgesetzt. Die Schülervertretung legte ein Kondolenzbuch in der Schule aus. Gleichzeitig versucht die Schule, den aufgewühlten Kindern Halt durch Normalität zu geben. So wurden gestern zum Beispiel Klassenarbeiten geschrieben. Auch an anderen weiterführenden Schulen reagierten die Schüler mit Mitgefühl. Abiturienten kündigten an, die Mottowoche "in abgemilderter Form" zu beenden.

Um 10.53 Uhr versammelten sich zahlreiche Menschen zur Schweigeminute vor der St.-Mauritius-Kirche in Büdericher, darunter viele Mitarbeiter der Stadtverwaltung. FOTO: Dackweiler, Ulli (ud)

Am Nachmittag erheben sich auch die Mitglieder des Stadtrates zu einer Schweigeminute im Foyer der Hauptschule. Auf einem Tischchen stehen Blumen, liegt das Kondolenzbuch. Daneben ein Stift mit schwarzer Tinte.

Quelle: RP
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