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Meerbusch
Eine kleine Bahn-Wunderwelt

Meerbusch: Eine kleine Bahn-Wunderwelt
Norbert Wallraff in seiner Modelleisenbahnanlage in der Kleingartenanlage Meerbusch-Osterath. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Ein Freundeskreis von Modelleisenbahn-Sammlern trifft sich regelmäßig zum gemeinsamen Spielen in Osterath. Manche der Raritäten auf der gigantischen Anlage sind 100 Jahre alt. Andocken erlaubt. Von Regina Goldlücke

Nicht nur Männer werden hier schnell wieder zu Kindern. Jeder, der den Raum betritt, bleibt wie angewurzelt stehen und staunt: "So etwas Schönes!" Auf einer Fläche von zwölf mal sieben Metern breitet sich eine Wunderwelt aus.

Nostalgisch anmutende Eisenbahnen drehen auf mehreren Ebenen unablässig ihre Runden. Sie passieren Burgen, Fabriken, Schiffe, Flugzeuge und akkurat nach historischen Vorbildern gebaute Bahnhöfe wie den Jugendstilbau am Berliner Nollendorfplatz. Drumherum ein halbes Dutzend konzentrierter Herren, die alles am Laufen halten. "Wir sind ein Freundeskreis aus etwa 25 Sammlern", berichtet Norbert Wallraff. "Jeder von uns hat seine Schätze im Keller, aber keiner kann richtig damit spielen." Deshalb organisiert er an zwei Terminen im Jahr ein Treffen im Vereinsheim der Kleingartenanlage Meerbusch-Osterath. Hier treffen sich die Bahnliebhaber, tauschen sich aus, staunen über die Bahnwelten ihrer Freunde.

Hinter dem Aufbau steckt eine sehr ausgeklügelte Logistik, stets nimmt er zwei volle Tage in Anspruch. Voriges Wochenende wurde wieder mit Lust und Ausdauer gespielt. Am morgigen Samstag und Sonntag ist die gigantische Modelleisenbahn noch einmal zu bewundern und zwischen 10 und 18 Uhr frei zugänglich. Es würden keinerlei kommerzielle Interessen verfolgt, betont Norbert Wallraff. Ihm und seinen Freunden geht es auch nicht um Heerscharen von Besuchern. "Unsere Neigung ist anders", erklärt er. "Wir freuen uns über Leute, die vielleicht selbst eine solche Rarität besitzen und sie nicht nutzen können. Die sollen ihre Loks und Wagen entstauben und sie herbringen. Dann gliedern wir sie ein."

Die Züge verkehren auf bemerkenswert breiten Schienen. "Mit der Zeit wurden sie immer schmaler", weiß der Osterather. Die ältesten Stücke der Modelleisenbahn sind 100 Jahre alt. Einige stammen aus den 20er Jahren, die meisten aus den 30er-Jahren. "Solche Sachen sieht man sonst nur noch im Museum", sagt Sammler Wallraff. Doch nicht nur die Züge sind den Freunden wichtig. "Alles, was aus Blech ist, halten wir in Ehren und stellen es aus. Was nicht benutzt wird, verliert an Wertigkeit."

Alle aus dem Kreis haben ihren Anteil an der liebevoll konzipierten Anlage. Jedes Detail hat einer von ihnen gebaut. Sie sind froh, in Osterath einen so angenehmen Platz gefunden zu haben. Wallraff, der gleich um die Ecke wohnt, berichtet von vorherigen Standorten, etwa im Hochdahler Eisenbahnmuseum, in den Fliedner-Werken Duisburg oder unter der Krefelder Rennbahn. Dort wurde die Miete dann zu teuer. Das Vereinsheim dagegen können sie sich für ihr Hobby leisten.

"Wir haben aber nicht alles aufgebaut, was wir besitzen", erzählt der Sammler. Bei jedem Treffen fällt die Modelleisenbahn anders aus. Es ist ausreichend Material im Fundus der Kleinbahner. Diesmal kamen weder der Flughafen noch der Hafen zum Einsatz. "Die könnten wir eigentlich beim nächsten Mal wieder rausholen", überlegt Norbert Wallraff. Das nächste Treffen ist schon wieder in Aussicht.

Vom 7. bis 17. Oktober ist wieder ein Spieler-Treff geplant. Kontakt und Info: Tel. 02159-1442.

Quelle: RP
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