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Meerbusch
Eine Königsfamilie mit Faible für Historie

Meerbusch. Stefan und Bärbel Mosch aus Osterath vereint ein Hobby, das sie und ihre Roten Friderizianer regelmäßig in die Welt des 18. Jahrhunderts entführt. Bundesweit ist Familie Mosch mittlerweile mit den Friderizianern in der sogenannten Reenactment-Szene unterwegs - also der Neuinszenierung konkreter geschichtlicher Ereignisse. Am kommenden Woche bleiben die beiden aber mit Sicherheit im Dorf: Denn Stefan und Bärbel Mosch sind das Königspaar in Osterath. Während Moschs Ägide besorgten sich die Friderizianer 2005 Uniformen, die dem historischen Vorbild des Infanterieregimentes von Hardenberg entsprechen, das im Juni 1758 während der Schlacht auf der Hückelsmay auch in Osterath Station gemacht hat. Es geht dabei nicht nur um Optik. Bei etlichen Veranstaltungen im Jahr nehmen die Friderizianer seither an historischen Darstellungen in Museen, auf Festen und an Schlachtdarstellungen teil - alle leben dann wie vor 250 Jahren. Von Mike Kunze

Da der Osterather König traditionell im schwarzen Anzug auftritt, haben die beiden gekrönten Häupter zu ihren Friderizianern noch zwei Gruppen eingeladen, die mit dem Königspaar die Leidenschaft für das 18. Jahrhundert teilen und in entsprechende Uniformen und Zivilkostüme gekleidet sein werden. Dass Königin Bärbel gut zu Fuß ist, hat sie erst kürzlich bewiesen: Mit Ministergattin Mirja Westerling hat sie anlässlich eines Reenactment-Einsatzes einen Zwölf-Kilometer-Marsch in Holzklompen absolviert.

Während Königin Bärbel aus Düsseldorf zugezogen ist, lebt König Stefan I. Mosch seit seiner Kindheit in Osterath und hat schon als junger Mann 1990 an sein Elternhaus angebaut. 1998 heiratete er Bärbel, kurz darauf erblickte Tocher Marie das Licht der Welt. Und noch heute lebt die 79-jährige Großmutter mit dem Königspaar und Enkelin unter einem Dach. Die Großmutter freut sich, dass Sohn Stefan seinen Wunsch wahr gemacht hat und das Enkelkind mit 17 Jahren im richtigen Alter ist, um als Hofdame dabei zu sein. Das Kleingeld für Familie und Hobbys verdient der 49-Jährige als Technischer Angestellter in der Telekommunikationsbranche. Trotz modernen Berufes ist Mosch geschichtsbegeistert. Besonders das 18. Jahrhundert hat es dem Osterather angetan. Diese Ader mag auch ein Grund dafür sein, warum es ihn 1982 schon mit 15 Jahren zu den Roten Friderizianern gezogen hat. Seit 1996 war er 13 Jahre Vorsitzender und Kompanieführer, bevor er 2009 in den Regimentsstab wechselte.

Alle in der Familie Mosch reiten gern: Stute Blanka ist das Familienpferd. Da die Reiterei Mosch besonders am Herzen liegt, wirbt er seit Jahren dafür. Denn es wird immer schwieriger, als Reiter an öffentlichen Umzügen teilzunehmen. Deshalb freut er sich ganz besonders, dass auch in diesem Jahr wieder 85 Reittiere und am Sonntag sogar das Reiterfanfarencorps Oppum in Osterath unterwegs sein werden.

Quelle: RP
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