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Meerbuscher Politiker
"Eklatante Schieflage bei Flüchtlingsverteilung"

Meerbuscher Politiker: "Eklatante Schieflage bei Flüchtlingsverteilung"
Heinrich P. Weyen, UWG-Fraktion. FOTO: Dackweiler, Ulli (ud)
Meerbusch. Die UWG-Fraktion hat am Dienstag mit einem umfassenden Antrag das Konzept für neue Flüchtlingsheime der Meerbuscher Stadtverwaltung angezweifelt. Von Sebastian Peters

Mit einem umfassenden Antrag hat die UWG-Fraktion gestern auf die Debatte um den Bau von neuen Flüchtlingsheimen in Meerbusch reagiert. Heinrich P. Weyen, Ratsmitglied und UWG-Vertreter im Planungsausschuss, hat gemeinsam mit Fraktionschefin Daniela Glasmacher für die nächste Sitzung des Planungsausschusses am 5. April einen neunseitigen Antrag eingereicht. Von einer "eklatanten Schieflage" bei der Verteilung der Flüchtlinge auf das Stadtgebiet spricht Weyen. In Büderich werden nach seinen Berechnungen 360 Plätze (bei 22.031 Einwohnern) für Flüchtlinge vorgehalten, in Osterath 776 (bei 12.595 EW), in Lank 486 (bei 9.739 EW). Weyen sagt: "Nach den jetzigen Planungen hätte Osterath mehr als doppelt so viele Plätze für Flüchtlinge wie Büderich, obwohl Büderich von der Einwohnerzahl fast doppelt so groß ist. Lank ist nicht einmal halb so groß wie Büderich, hat aber wesentlich mehr Plätze für Flüchtlinge als Büderich vorzuweisen."

Die Verwaltung solle erneut Alternativstandorte zu den vorhandenen Planungen prüfen, fordert die UWG; "um eine dezentrale und in kleineren Einheiten erfolgende Unterbringung der Flüchtlinge zu erreichen", wie es im UWG-Antrag heißt. Die UWG schlägt jetzt vor, Flächen im nördlichen Bereich des Strümper Buschs, auf dem Ostara-Gelände entlang der Bundesbahn und auf dem alten Bauhof (Im Brühl) in Büderich für Flüchtlingsheime zu nutzen. Sie verweist auch auf einen Vorschlag der Lanker Bürger, der bei der Informationsveranstaltung am vergangenen Freitag geäußert wurde. Statt der Reihenhäuser könnte man ein Mehrfamilienhaus wie auf der Rottstraße bauen. Auch sollten die Reihenhäuser durch Trennung aufgelockert werden.

Die Verwaltung solle auch prüfen, ob die Flüchtlinge gleichmäßig auf alle Stadtteile verteilt werden können, ob Reihenhaussiedlungen am Kalverdonksweg in Osterath planungsrechtlich zulässig sind (Weyen legt in seinem Antrag ein kleines Rechtsgutachten vor, dass die Zulässigkeit anzweifelt), und ob die Reihenhaussiedlungen "Am alten Teich" in Lank wegen der dort möglichen Altlasten überhaupt gebaut werden können. Die Stadt solle zudem prüfen, wie die Gesamtkosten mit Errichtung einschließlich eines späteren Verkaufs der Reihenhäuser, bei einer Nutzungsdauer von ca. 15 Jahren bzw. 30 und mehr Jahren sind. Weyen glaubt nicht, dass die Baukosten bei Reihenhäusern bei nur 1000 Euro pro Quadratmeter liegen. Auf der Internetseite der Deutschen Reihenhaus AG lägen die Preise bei ca. 200.000 Euro, sagt Weyen. Er befürchtet zudem, dass die Häuser 30 Jahre genutzt werden müssen und dann abbruchreif sind. Die Grundstücke der Reihenhäuser sollten deutlich größer werden, fordert Weyen weiter.

Die UWG versucht sich mit dem Antrag als verwaltungskritische Fraktion zu positionieren. Bereits in der jüngsten Ratssitzung hatte sie den Plänen den Verwaltung widersprochen und weitere Prüfungen gefordert. Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage (CDU) hatte schon in der Ratssitzung betont, dass Alternativen geprüft worden seien, aber nicht zur Verfügung stünden.

Quelle: RP
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