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Meerbusch
Elf Verletzte bei Havarie auf dem Rhein

Fotos: Frachter und Passagierschiff kollidieren auf Rhein
Fotos: Frachter und Passagierschiff kollidieren auf Rhein FOTO: Patrick Schüller
Meerbusch. Ein Frachtschiff und ein spanisches Passagierschiff stießen gestern Vormittag in Höhe der Flughafenbrücke aufeinander. Diesel lief in den Fluss. Drei Passagiere wurden zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht Von Henning Rasche und Martin Röse

Gestern Vormittag sind bei der Kollision von zwei Schiffen auf dem Rhein elf Passagiere leicht verletzt worden. Drei von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Zwischen Flughafenbrücke und dem Anleger in Langst-Kierst fuhr ein Gütermotorschiff gegen 10.20 Uhr in ein Passagierschiff der Reederei A-Rosa. Ohrenzeugenberichten zu Folge waren vor dem Zusammenstoß ein Schiffshorn und anschließend ein lauter Knall bis in die südwestlichen Stadtteile von Meerbusch zu hören.

Inzwischen sind alle 180 Fahrgäste aus Spanien und 50 Besatzungsmitglieder wieder an Bord des Schiffes, das von Amsterdam nach Basel unterwegs war. Ob die Reise fortgesetzt werden kann, war gestern noch nicht klar. Ursprünglich sollte die Flusskreuzfahrt eine Woche dauern.

Schiffsunglücke in der Region FOTO: dpa, fg htf

Nach dem Zusammenstoß hatte der Kapitän das Passagierschiff bewusst in Richtung Düsseldorf gesteuert, um dort die weiteren Rettungsmaßnahmen besser durchführen zu können. Der Stückgutfrachter wendete auf dem Rhein und machte in Höhe Langst-Kierst stromaufwärts fest. Die Feuerwehr Meerbusch rückte mit drei Löschzügen von der Landeseite und mit dem Mehrzweckboot "Franziska" auf dem Rhein zur Erkundung der Lage aus. In Höhe des Rheinstromkilometers 754 sichtete das Meerbuscher Mehrzweckboot den havarierten Stückgutfrachter Major-R. "Wie sich im Laufe der ersten Erkundung schnell herausstellte, verlor das Schiff Diesel aus einer Leckage in seinem Rumpf", erklärte Feuerwehrsprecher Frank Mohr. Nach Polizeiangaben soll der Frachter auch geringe Mengen Öl verloren haben. Da der havarierte Stückgutfrachter näher an der Düsseldorfer Uferseite festgemacht hatte, übernahm die Berufsfeuerwehr Düsseldorf die Einsatzstelle. Die Meerbuscher Kollegen konnten den Einsatz sowohl auf dem Rhein als auch an Land nach der ersten Erkundung beenden. "Zu diesem Zeitpunkt waren ebenfalls schon Boote der Feuerwehr Neuss und der Berufsfeuerwehren Düsseldorf sowie Krefeld auf dem Rhein unterwegs", erklärte Mohr.

Die genaue Unfallursache steht noch nicht fest. Als flussaufwärts fahrendes Schiff konnte die "A-Rosa Aqua" den entgegenkommenden Schiffen einen Kurs zum Vorbeifahren zuweisen. Ein Sprecher der zuständigen Polizei Duisburg sagte, dass nach erster Auskunft des Schiffsführers des Frachtschiffs das Bugstahlruder ausgefallen sei. Damit wird die Fahrtrichtung entscheidend bestimmt. Weil die Spurenlage auf dem Wasser anders als im Straßenverkehr schlecht ist, untersucht ein Gutachter, wie es genau zu dem Unfall kam. Der Frachter, der Mais geladen hatte, wurde gestern Nachmittag in den Neusser Hafen geschleppt.

Quelle: RP
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