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Meerbusch
Entsetzen nach schwerem K-Bahn-Unfall

Meerbusch: Entsetzen nach schwerem K-Bahn-Unfall
Das verletzte Mädchen wurde noch vor Ort medizinisch versorgt, bevor es ins Krankenhaus gebracht wurde.
Meerbusch. An der Haltestelle "Görgesheide" in Osterath erfasste Dienstagmorgen die Stadtbahnlinie U76 ein 15-jähriges Mädchen. Die Schülerin wurde dabei schwer verletzt. Der Fahrer und etliche Zeugen des Unfalls erlitten einen Schock. Die Haltestelle empfinden viele als gefährlich. Von Tim Harpers

Nach einem schweren Verkehrsunfall, bei dem  ein Mädchen in Osterath schwer verletzt worden ist, werden Fragen laut, ob das Unglück wohl zu verhindern gewesen wäre. Bei den Anwohnern hat der Unfall Spuren hinterlassen. Anne Nguyen hat von ihrem Wohnzimmer aus freien Blick auf die Unfallstelle. "Wir waren aber leider noch viel näher dran", sagt sie. "Wir standen am Morgen mit unserem Auto vor der Schranke. Den Unfall selbst haben wir zum Glück nicht mit ansehen müssen, aber alles, was danach kam."

Die Rettungskräfte seien schnell zur Stelle gewesen. Sie habe beobachtet, wie Einsatzkräfte mit Taschenlampen um den Zug herumgegangen sind. "Da habe ich mir schon gedacht, dass etwas Schreckliches geschehen sein muss." Auch Anwohnerin Marlies Zimmerhofer hat das Erlebte mitgenommen. "Schlimm, dass hier so etwas passieren kann", sagt sie. "Vor allem für die Familie. Ich hoffe, dass man jetzt die richtigen Lehren daraus zieht."

Die 15-Jährige wollte die Bahn Richtung Krefeld erwischen, wurde von einer U76 Richtung Düsseldorf erfasst. FOTO: Dackweiler, Ulli (ud)

Am frühen Dienstagmorgen war die 15-Jährige gegen 7.20 Uhr auf dem Weg zur Schule, als sie an der Haltestelle Görgesheide in Osterath von einer Straßenbahn erfasst wurde. Nach Polizeiangaben soll die Schülerin versucht haben, den Bahnübergang zu überqueren, obwohl die Schranken heruntergelassen waren, um ihren Zug in Richtung Krefeld zu erreichen. Dabei übersah sie eine entgegenkommende Bahn in Fahrtrichtung Düsseldorf.

Das schwer verletzte Mädchen musste von 34 Einsatzkräften der Feuerwehr befreit werden. Der Zug musste dafür nicht angehoben werden. Eine medizinische Erstversorgung erfolgte noch am Unfallort. Der Fahrer der Bahn, Zeugen und auch Mitglieder der Familie des Mädchens erlitten einen Schock.

Die Haltestelle habe sie schon immer als potenziell gefährlich empfunden, sagte die Anwohnerin Anne Nguyen. "Bei Regen und Dunkelheit ist es da sehr unübersichtlich", erklärt die junge Mutter. "Wenn ein Zug an der Haltestelle hält, kann man vom Bahnübergang aus die andere Fahrtrichtung nicht mehr einsehen." Sie wisse nicht ob man da nachrüsten könne. "Viel Aufwand wäre es nicht. Ein Spiegel würde schon helfen."

Durch das Unglück in Meerbusch kam es auf den Linien U70, U74 und U76 bis gegen 10 Uhr zu Verspätungen und Zugausfällen. Die Rheinbahn bediente die Linien zum Teil mit Ersatzbussen und Großraumtaxen. Zum Unfallhergang wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Das Mädchen soll nach Informationen der Pressestelle jedoch neben der heruntergelassenen Schranke auch ein rotes Signallicht ignoriert haben.

Dem Fahrer gehe es den Umständen entsprechend gut, erklärte Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher. "Was viele nicht wissen: So ein schrecklicher Unfall fordert immer mehrere Opfer." Der Fahrer befinde sich in psychologischer Betreuung. Sobald so ein Fall gemeldet werde, werde sofort ein Notfallprotokoll in Gang gesetzt. "Die Notfallseelsorger rücken dann sofort mit Blaulicht aus."

Quelle: RP
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