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Meerbusch
Epson setzt auf grüne Technologien

Meerbusch: Epson setzt auf grüne Technologien
NRW-Minister Johannes Remmel erzeugte auf dem Mountainbike Strom, um Energie für einen Drucker zu liefern. Die Epson-Chefs Minoru Usui und Henning Ohlsson applaudierten ihm. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Am Deutschlandssitz in Meerbusch hat der japanische Technologiekonzern gestern seine Strategie bis 2025 präsentiert - mit Robotertechnik, Multimediabrille und Papierrecyclingmaschine. Minister Johannes Remmel (Grüne) lobte die Pläne. Von Sebastian Peters

Das in Meerbusch ansässige Unternehmen Epson will vermehrt auf Umweltschutz als Firmenprinzip setzen. Eine Zehn-Jahres-Strategie bis 2025 hat Epson erstellt. In seinem "Industrial Solutions Center" im Gewerbegebiet Mollsfeld präsentierte die Unternehmensführung mit Epson-Präsident Minoru Usui gestern neue Produkte. Die Ideen überzeugten auch NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne). Er stattete Epson und seinem in Strümp lebenden Deutschland-Geschäftsführer Henning Ohlsson gestern einen Besuch ab.

50 Millionen Euro will Epson bis 2018 in Europa investieren, einen Großteil in Deutschland. Eine Umsatzsteigerung von zwei Milliarden Euro bis 2020 wird angepeilt. Die Strategie wirkt sich auch in Meerbusch aus: 240 Mitarbeiter hat das Unternehmen am Standort, acht sind dort zuletzt hinzugekommen.

"Megatrends" will Epson erkannt haben und sieht im Umweltschutz eine Kernaufgabe. Ein Ziel: die CO2-Emissionen um 90 Prozent über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts hinweg reduzieren. Eine der gestern präsentierten Neuheiten war das von Epson entwickelte "Paper Lab" - 2016 kommt es zunächst in Japan auf den Markt. Bedrucktes Papier kann in diese Maschine gesteckt werden. Das "Paper Lab" erzeugt drei Minuten, nachdem es mit diesem Altpapier befüllt worden ist, neue weiße Blätter, ohne den Zusatz von Wasser. 14 weiße A4-Seiten pro Minute sollen erstellt werden können.

Präsentiert wurden auch stromsparende Drucker. Mit einem kühnen Rechenspiel warb Epson für die Technik: Würde deutschlandweit von stromintensiveren Laserdruckern auf Tintenstrahldrucker von Epson umgerüstet, würde dies eine Stromersparnis in der Größe des Verbrauchs von 170.000 Haushalten bringen. Der Effekt wurde zudem mit einem Modellversuch demonstriert: So wurde NRW-Minister Johannes Remmel auf ein Mountainbike gesetzt und erzeugte Strom per Pedale. Schon nach kurzer Zeit hatte er so viel Energie produziert, dass der Drucker ein Blatt auswarf. "NRW will Klimaland Nummer eins in Deutschland werden. Dafür brauchen wir die Kraft der Unternehmen", hatte Remmel in seinem Grußwort gesagt.

Auch auf seine druckfernen Sparten will Epson verstärkt setzen. Präsentiert wurde etwa neue Robotertechnik - für Geschäftskunden: In einen sechsarmigen Roboter, der monotone Tätigkeiten wie das Anbringen von Schrauben verrichten kann, werden firmenintern Hoffnungen gesetzt. Wesentlich ist er auch in Meerbusch mitentwickelt worden. "Wir wollen, dass Roboter Dinge wie Menschen fühlen und sehen", erklärte Minoru Usui. Eine weitere Geschäftsidee ist eine Multimedia-Brille namens Moverio, die 2011 erstmals entwickelt wurde und die jetzt in erneuerter Form auf den Markt kommt. Während Google mit seinen Plänen für eine solche Brille den Markt kaum erreicht hat, glaubt Epson weiter daran. "Die Brille bietet viele Einsatzmöglichkeiten, etwa in der Medizin", sagte Geschäftsführer Henning Ohlsson bei der Präsentation. Die Brille sei in der Lage, einem Arzt während der Operation das Röntgenbild klein anzuzeigen oder beim Zusammenbauen eines technischen Gerätes die Bedienungsanleitung in den freien Raum zu projizieren. "So bleiben beide Hände frei für das Verrichten der Arbeit."

Quelle: RP
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