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National Express
Fahrt von Köln nach Meerbusch wird zum Dauerproblem

Das halten die Pendler vom neuen RE7 - National Express Rail
Das halten die Pendler vom neuen RE7 - National Express Rail FOTO: UM
Meerbusch. National Express, neuer Betreiber des RE 7 über Osterath, kämpft gegen ein Dauerproblem. Mitunter bleiben Fahrgäste von Köln nach Meerbusch und Krefeld schon in Neuss hängen. Das Unternehmen sieht einen Grund in der Vorfahrt für ICE. Von Sebastian Peters

Neuer Anbieter, doch gleiche Sorgen: Auch mit Übernahme der Bahnlinie "Rhein-Münsterland-Express" (RE 7) durch National Express kommt es vor, dass Fahrgäste aus Meerbusch und Krefeld nicht an ihr Ziel gebracht werden. Wenn der aus Köln kommende Zug auf der Strecke zu große Verspätung hat, hält er in Neuss und fährt direkt wieder zurück nach Köln. Bahnkunden beschweren sich seit langem über diese Problematik. Mit dem Anbieterwechsel hatten sie die Hoffnung verbunden, dass sie nun nicht mehr auf halber Strecke aussteigen müssen. Daniel Prüfer, Sprecher von National Express, räumt jetzt aber ein: "Bedingt durch Streckensperrungen und Bahnübergangsstörungen kommt dies immer noch vor. Wenn ein Fahrzeug mehr als 20 Minuten Verspätung hat, endet dieser Zug der Linie RE 7 aus Köln kommend nach Anweisung der Betriebsleitzentrale der DB Netz AG in Duisburg bereits am Neusser Hauptbahnhof."

Seit gut zwei Monaten ist National Express neuer Betreiber des RE 7 von Rheine über Köln und Osterath nach Krefeld, ebenso wie der Linie RB 48 von Bonn über Köln nach Wuppertal. Der Start war von massiven Problemen begleitet - zu wenig Platz, häufige Verspätungen, fehlerhafte Fahrtangaben im Internet, nicht schließende Türen.

Detlef Neuß vom Fahrgastverband Pro Bahn, in dessen Aufgabenbereich auch Meerbusch fällt, sagt: "National Express hatte im Vorfeld des Betriebs der Linie gesagt, dass durch schnellere Züge die Probleme behoben werden könnten. Es war aber abzusehen, dass das nicht gelingt. Es sind bei der Ausschreibung der Strecke durch die Verkehrsverbünde einfach Fehler gemacht worden." Besser wäre es aus seiner Sicht gewesen, wenn der Zug in Köln gebrochen worden wäre, es also eine Strecke "Köln - Krefeld" und eine "Köln - Rheine" gäbe. "Das ist aber schwierig, weil der Knoten Köln ohnehin überlastet ist." Auch wäre es aus seiner Sicht sinnvoll gewesen, dass die Züge in Krefeld mit "überschlagender Wende" fahren, also ein Zug in Krefeld eine Stunde wartet und auch dann pünktlich abfahren kann, wenn der andere Zug später kommt. "Dies wären aber weitere Kosten gewesen."

Der National Express verweist auf die Angebote für die in Neuss Gestrandeten: Dort werde, wenn möglich, ein so genannter Taxi-Notverkehr eingerichtet. Manchmal würde der Zug noch Osterath erreichen. Krefelder Kunden würden dann per Nordwestbahn weiterfahren können. Seit einigen Tagen fahre man aber mit einer "stabilen Betriebsleistung", teilt Unternehmenssprecher Daniel Prüfer mit. Er räumt ein, dass die technischen Einrichtungen und das benötigte Personal noch nicht optimal eingespielt seien. Es seien mehr Personal eingestellt und neue Züge eingesetzt worden.

Ein Grund für die Verspätungen ist laut Daniel Prüfer, dass die Deutsche Bahn ihren eigenen Intercity Vorrang bei den Fahrten einräumt. Die DB Netz dürfe die neuen spurtstarken Züge des Typs "Talent 2" nicht dadurch ausbremsen, dass sie stetig auf Seite genommen werden, um verspätete ICE-Züge überholen zu lassen, kritisiert Prüfer.

Detlef Neuß von Pro Bahn sieht auch den Zustand mancher Strecken kritisch. Die Deutsche Bahn sei in der Pflicht. National Express hat ein hohes Interesse, die beiden Linien in den Griff zu bekommen. Von 2018 an soll NE drei weitere große NRW-Regionallinien übernehmen: die Linie 4 (Aachen-Dortmund), die Linie 5 (Koblenz-Wesel) und Linie 6 (Köln/Bonn-Minden).

Quelle: RP
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