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Meerbusch
Feuerwehr übt Atomeinsatz

Meerbusch. Spektakulärer Übungseinsatz in Lank: Die Feuerwehr sicherte zwei vermeintlich gefährliche Päckchen.

Der Löschzug Lank hat jetzt für einen atomaren Ernstfall geübt. Bei einer Strahlenschutzübung wurden die Abläufe auf dem Parkplatz der Theodor-Mostertz-Sportanlage in Lank-Latum geprobt. Die Sorge vor einem atomaren Ernstfall wächst auch in Meerbusch aufgrund der Zwischenfälle im belgischen Atomkraftwerk Tihange. Der Meerbuscher Rat hatte im April entschieden, sich an einer Sammelklage gegen den Betrieb des umstrittenen Atommeilers zu beteiligen.

In Lank-Latum verlief der Testeinsatz aus Sicht der Feuerwehr zufriedenstellend. Wie die Wehr im Anschluss berichtete, wurden gegen 19 Uhr die ersten Kräfte telefonisch über einen Verkehrsunfall mit auslaufenden Betriebsstoffen auf dem Parkplatz der Theodor-Mostertz-Sportanlage informiert. Kurze Zeit später traf das erste Fahrzeug an der Einsatzstelle ein, und der Gruppenführer erkundete die Einsatzstelle. Er stellte fest, dass es sich nicht nur um auslaufende Betriebsstoffe handelte, sondern auch um zwei Pakete mit einem Radioaktivitätszeichen beklebt war. Schnell wurde ihm klar, dass die eigenen Mittel nicht ausreichen würden, und er forderte fachkundiges Personal und Material nach. Umgehend wurde der Messwagen der Feuerwehr Kaarst und der Dekontaminationswagen des Löschzugs Strümp nachalarmiert. In der Zwischenzeit hat der Löschzug Lank gemäß der Regeln für Gefahrguteinsätze die Einsatzstelle soweit möglich abgearbeitet und weiträumig abgesperrt. Als die Kameraden der Feuerwehr Kaarst eintrafen, wurde die Übung kurz unterbrochen und der weitere Übungsverlauf besprochen.

Der Angriffstrupp und Wassertrupp wurden mit einem Kontaminationsschutzanzug und unter Atemschutz ausgerüstet. Zudem erhielten die Trupps Messgeräte, mit denen sie den Gefahrenbereich markierten und nochmals absperrten. Der Angriffstrupp ging mit dem Teletektor zum Päckchen vor, stellte aber keinen Austritt von Radioaktivität fest. Nach Sicherstellen des Päckchens in einem Behälter konnte der Angriffstrupp den Gefahrenbereich über einen speziellen Dekontaminationsplatz verlassen. Dieser Platz war durch Feuerwehrleute des Löschzugs Strümp aufgebaut und betrieben worden. Es gibt einen roten Bereich, in dem alle eventuell kontaminierte Gerätschaften abgelegt werden, dann einen gelben Bereich, in dem ein weiterer Trupp mit einem Gerät die Kontaminationsfreiheit feststellt und einen grünen Bereich, in dem der Trupp schließlich frische Kleidung erhält.

Nachdem der Angriffstrupp freigemessen wurde, endete die Übung. Eine Erkenntnis formuliert Feuerwehrsprecher Frank Mohr: "Die Zusammenarbeit klappt auch über Stadtgrenzen hinaus gut." Die Zusammenarbeit mit den Kaarstern habe sehr gut geklappt.

Quelle: RP
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