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Meerbusch
Flüchtlinge: Bürgermeisterin sieht sich in ihrem Kurs bestätigt

Meerbusch. In Neuss steht eine Traglufthalle für Flüchtlinge leer, weil derzeit nur wenige Flüchtlinge kommen. Meerbusch hingegen setzt auf Reihenhäuser. Von Sebastian Peters

Meerbuschs Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage (CDU) hat erneut die Entscheidung der Stadtverwaltung und Politik verteidigt, Reihenhäuser zu bauen statt Traglufthallen anzumieten. Anlass ist ein Treffen der Bürgermeister des Rhein-Kreises auf Einladung von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke im Rathaus Kaarst. "Einige Kommunen, die Traglufthallen angemietet haben, ich denke an Neuss, sehen sich derzeit mit leerstehenden Hallen konfrontiert. Ich sehe mich deshalb in unserem Kurs bestätigt", sagte die Stadtchefin auf Anfrage.

Der Meerbuscher Rat hat vor wenigen Tagen entschieden, in den Stadtteilen Lank und Osterath Reihenhäuser für Flüchtlinge zu bauen. Weiterhin werden Häuser im Rahmen des Sozialen Wohnungsbaus etwa im Bereich Alter Bauhof Büderich errichtet. Meerbusch sei so flexibel aufgestellt, sagte Angelika Mielke-Westerlage.

Noch vor einem halben Jahr standen die die Bürgermeister im Rhein-Kreis aber auch der Landrat extrem unter Druck wegen stark gestiegenen Flüchtlingszahlen, die Kreis und Kommunen für das Land zum Teil über Nacht in Turnhallen und Notunterkünften unterbringen mussten. Aktuell gehen die Flüchtlingszahlen bundesweit und auch im Rhein-Kreis Neuss deutlich zurück. Auf die Unterbringung in kommunalen Notunterkünften und Turnhallen sei das Land Nordrhein-Westfalen nach fast einem Jahr immer weniger angewiesen, machte Benjamin Josephs, Flüchtlingsbeauftragter des Kreises, im Kaarster Rathaus deutlich. Die Städte und Gemeinden im Kreis planen, belegte Turnhallen Zug um Zug wieder für den Schul- und Vereinssport freizugeben. In Meerbusch ist das Mataré-Gymnasium offiziell schon keine Notunterkunft des Landes mehr, muss aber stark saniert werden. 600.000 Euro veranschlagt die Stadt dafür (wir berichteten). Für gut 1000 Schüler bedeutet dies eingeschränkten Sportunterricht bis Ende des Jahres. Die Turnhalle im Meerbusch-Gymnasium bleibt noch bis 30. September 2016 laut Vertrag Notunterkunft des Landes. Danach muss auch hier saniert werden, ehe die Halle freigegeben werden kann.

Der Rhein-Kreis Neuss will seine Notunterkunft in der Dreifachturnhalle am Kreis-Berufsbildungszentrum in Grevenbroich in Abstimmung mit dem Land planmäßig am 30. Juni aufgeben. Einig waren sich Landrat und die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister auch, dass noch keine Entwarnung gegeben werden kann.

Quelle: RP
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