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Meerbusch
Flüchtlingsheime: Stadt korrigiert Planung

Meerbusch: Flüchtlingsheime: Stadt korrigiert Planung
Meerbusch. Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage reagiert auf Anwohnerproteste: Geplante Flüchtlingsunterkünfte in Lank und Osterath werden kleiner, dafür soll in Strümp und Büderich neuer sozialer Wohnraum entstehen. Von Sebastian Peters

Zeitnah hat die Meerbuscher Stadtverwaltung gestern auf Kritik aus Reihen der Bürgerschaft an neuen Standorten für Flüchtlingsheime in Lank und Osterath reagiert. Nach der turbulenten Informationsveranstaltung vor einer Woche in Lank, bei der Bürger eine Neuplanung einforderten, hat sich Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage am Dienstagabend mit allen Vertretern der Ratsfraktionen getroffen. Im Ergebnis sollen jetzt weniger Flüchtlinge nach Lank an die Straße Am alten Teich kommen. Auch die Sorgen der Anwohner am Kalverdonksweg in Bovert nahm die Stadt auf. Neu geplant sind jetzt Unterkünfte in Büderich an der Hermann-Unger-Allee und auf dem Bauhof sowie in Strümp an der Straße Am Strümper Busch.

Wie die Stadt gestern mitteilte, besteht zwischen den Ratsfraktionen Einigkeit, die Reihenhausbebauung an der Kierster Straße/Am alten Teich in Lank aufzulockern. Ursprünglich waren dort 16 Reihenhäuser mit je maximal 16 Personen geplant. Statt der bisher geplanten preisgünstigeren Riegelbebauung sollen nun zwei getrennte Baukörper mit jeweils sieben Reihenhäusern, die teilweise versetzt sind, errichtet werden. Die Belegung der Häuser soll auf maximal zwölf Personen begrenzt werden. Am Kalverdonksweg sollen statt 21 nur 19 Reihenhäuser entstehen, die in drei Fünfer- und eine Vierergruppe aufgegliedert sind. Auch hier soll die Bewohnerzahl pro Haus auf zwölf begrenzt werden. Bei der Belegung werden Staatsangehörigkeit und Familienstand eine Rolle spielen. "Eine völlige Ausschöpfung der Platzverhältnisse ist deshalb nicht zwingend gegeben", so die Stadt.

Für Wirbel hatte zwischenzeitlich in Osterath ein Flugzettel gesorgt, der unter Bürgern kursierte. Auf dem stand, dass an der Straße Am Kalverdonksweg zweimal 21 Reihenhäuser geplant seien. Die Stadt betonte gestern, dass dies falsch sei. Die Häuser in Osterath sollen unmittelbar angrenzend an das rückwärtige Hauptschulgelände gebaut werden.

Ein Ausgleich für die Auflockerung in Lank-Latum und Bovert soll in Strümp geschaffen werden. Am Strümper Busch zwischen Feuerwache und Lärmschutzwall sollen zwölf Reihenhäuser mit je maximal zwölf Bewohnern errichtet werden. Laut Stadt wurde dieser Standort bisher nicht in die Planungen einbezogen, weil im Meerbusch-Gymnasium neben dem Pfarrheim mit 60 Plätzen noch die Notunterkunft des Landes für maximal 400 Flüchtlinge in Betrieb ist. Ziel sei es, diese Notunterkunft im Herbst aufgeben zu können.

Für Wirbel hat gestern in der Politik der umfassende Antrag der UWG von Ratsherr Heinrich P. Weyen gesorgt. Wie unsere Redaktion erfuhr, hatte die Stadt schon nach der Sitzung in Lank mit Bürgerprotesten mitgeteilt, dass es eine Korrektur der Planung geben soll. Die UWG habe dann am Morgen vor dem geplanten Treffen am Dienstagabend den umfassenden Antrag gesendet.

Mit ihrer gestrigen Mitteilung wehrte sich die Stadt auch gegen den von der UWG vermittelten Eindruck, Büderich würde bei der Flüchtlingsunterbringung bevorzugt. Die Stadt verwies auf das Flüchtlingsheim an der Cranachstraße, die neuen Gemeinschaftsunterkünfte Am Eisenbrand mit 200 Plätzen (Baubeginn Juni) und an der Moerser Straße mit 40 Plätzen. In Büderich auf dem alten Bauhof sind jetzt neu 120 Sozialwohnungen geplant, mit mehrgeschossigem Sozialwohnungsbau soll das städtische Grundstück neben dem Hallenbad-Gelände an der Hermann-Unger-Allee bebaut werden.

Die Stadt verweist auf fehlenden preisgünstigen Wohnraum. "68 Flüchtlinge, deren Asylanträge bereits anerkannt sind, finden derzeit keine Wohnung und müssen deshalb in Gemeinschaftsunterkünften bleiben, die eigentlich für Neuankömmlinge gedacht sind." Massenunterkünfte will die Stadt nicht mehr bauen. Durch die von Bund und Land geplanten Ankunftszentren, so Angelika Mielke-Westerlage, würden die Kommunen nur noch Flüchtlinge mit Bleibeperspektive aufnehmen. Vor diesem Hintergrund sei eine nachhaltige Bebauung mit Reihenhäusern, die später veräußert werden können, eine zukunftsfähige Lösung. An städtebaulich passenden und baulich besser ausnutzbaren Standorten - wie zum Beispiel auf dem Bauhofgelände, am Hallenbad und der Insterburger Straße - sei schlüssigerweise Geschosswohnungsbau angezeigt, der ebenfalls benötigt wird.

Die überarbeiteten Planungen für Lank und Osterath sowie die angedachte Planung für Strümp sollen im Planungsausschuss am 5. April, 17.30 Uhr, in der Realschule in Osterath vorgestellt werden. Ein weiterer Informationsabend für die geplanten Vorhaben in Osterath soll am 14. April, 19.30 Uhr, in der Hauptschule Wienenweg stattfinden.

Quelle: RP
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