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Meerbusch
Flüchtlingsheime:Stadt überdenkt Neubauplanung

Meerbusch. Werden einige der geplanten Reihenhäuser doch nicht gebaut? Weil Flüchtlinge aufs Land gehen sollen, lässt die Bürgermeisterin neu rechnen. Von Sebastian Peters

Reduziert die Meerbuscher Stadtverwaltung die geplante Zahl der Flüchtlingsheime in Osterath und Lank? Politische Entwicklungen auf Bundesebene könnten bewirken, was Anwohnerproteste bisher nicht erreicht haben. Stadtsprecher Michael Gorgs teilte auf Anfrage mit: "Aufgrund des allgemeinen Rückgangs von Zuwanderungen hat die Bürgermeisterin das zuständige Dezernat beauftragt, die Prognosen, die Grundlage für das vom Rat beschlossene Ausbaukonzept waren, zu aktualisieren."

Derzeit hat Meerbusch wieder ausreichend Kapazität für Flüchtlinge: Seit Jahresbeginn gab es für Meerbusch nur noch 50 Zuweisungen von Flüchtlingen, die meisten wegen Familienzuzugs. In den städtischen Unterkünften gibt es 200 freie Plätze, das Gros mit 150 Plätzen in der noch nicht belegten ehemaligen Barbara-Gerretz-Schule. 358 Flüchtlinge leben in städtischen Unterkünften, 36 Asylbewerber in Privatwohnungen. Hinzu kommen 32 unbegleitete Minderjährige.

Wie viele Flüchtlinge werden in den kommenden Monaten Meerbusch zugewiesen? Das ist wieder völlig offen. Bei einer Klausurtagung vor drei Wochen hatte die Bundesregierung verabredet, dass die Einführung einer Wohnsitzauflage bewirken soll, dass Flüchtlinge sich gerecht auf Städte und ländliche Gebiete verteilen. Meerbusch gilt mit seiner Nähe zu Düsseldorf eher als Ballungsraum. Die Stadtverwaltung will jetzt sichergehen und prüfen, ob wirklich alle Reihenhausbauten nötig sind.

Die Entscheidung der Verwaltung vom Jahresanfang, Reihenhäuser für Flüchtlinge an der Kierster Straße in Lank, Am Strümper Busch in Strümp und am Kalverdonksweg in Osterath zu bauen, hatte bei Anwohnern für Kritik gesorgt. Die Stadt argumentiert, dass Reihenhäuser nach der Nutzung für Flüchtlinge veräußert werden könnten. Die Anwohner an der Kierster Straße in Lank wiederum kritisieren die Verdichtung. Die Politik entschied sich dennoch, zwölf Flüchtlingsheime dort zu bauen - zwei weniger, als die Stadt geplant hatte, aber drei mehr, als die Bürger forderten. Auch die Bauten in Osterath und Strümp sollen realisiert werden. Auch jetzt, wo der öffentliche Protest nach dem Ratsbeschluss über die Bauten abklingt, steht die Lanker Initiative im stetigen Dialog mit der Stadtverwaltung, fordert mit Verweis auf einige Rhein-Kreis-Kommunen die tagesaktuelle Veröffentlichung der Flüchtlingszahlen. Sozialdezernent Frank Maatz lehnt dies ab.

Ungeachtet der neuen Überprüfung hat die Verwaltung für den Planungsausschuss am 14. Juni eine Vorlage erstellt, in der über die Reihenhäuser für die Kierster Straße informiert wird. Die 3300 Quadratmeter große Fläche ist städtisch. Der bestehende Bolzplatz bleibe von der Planung unberührt. Der teilweise alte Baumbestand sei als erhaltenswert einzuschätzen. Als Haupterschließung der neuen Baufelder dient ausschließlich die Kierster Straße. Ein Schallschutzgutachter hat festgestellt, dass passiver Lärmschutz eingerichtet werden muss.

Quelle: RP
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