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Flughafen Düsseldorf
Fluglärm-Kommission lehnt Kapazitätserweiterung ab

Flughafen Düsseldorf: Fluglärm-Kommission lehnt Kapazitätserweiterung ab
Ein Flugzeug über der Büdericher Mauritiuskirche. Mit zwölf zu sechs Stimmen stimmten die Mitglieder der Fluglärmkommission gegen die geplante Kapazitätserweiterung des Düsseldorfer Airports. FOTO: Martin Röse
Meerbusch. Mit deutlicher Mehrheit hat sich die Fluglärmkommission des Flughafens Düsseldorf am Montagvormittag gegen den Antrag des Flughafens auf eine neuerliche Erweiterung der Betriebsgenehmigung ausgesprochen. Von Martin Röse

Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage (CDU) hatte  für die Stadt Meerbusch den Antrag eingebracht, die Erweiterung abzulehnen. Zwei Drittel der in der Kommission vertretenen Anrainerkommunen stimmten für den Antrag. "Das ist ein starkes Votum und ein deutliches Signal an das Ministerium, dass ein weiteres Wachstum des Flughafens auf Kosten der Anwohner mit uns nicht zu machen ist", freut sich Mielke-Westerlage. Nach Informationen unserer Zeitung stimmten zwölf Mitglieder der Kommission für den Meerbuscher Antrag, sechs dagegen. Vier Mitglieder enthielten sich.

Hintergrund: Die Fluglärmkommission ist zwar kein Entscheidungsgremium mit Weisungsbefugnis für den Flughafen, die dort gefassten Beschlüsse haben aber durchaus politische Signalwirkung. Genehmigungsbehörde für die vom Flughafen gewünschte erweiterte Betriebsgenehmigung ist das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. In der Fluglärmkommission sind neben Meerbusch die Städte Düsseldorf, Duisburg, Essen, Heiligenhaus, Kaarst, Korschenbroich, Moers, Mülheim, Neuss, Willich und Ratingen vertreten. Hinzu kommen der Verein "Bürger gegen Fluglärm", der Flughafen selbst sowie die Fluggesellschaften Lufthansa und Air Berlin. Die Kommission tagt nichtöffentlich.

Der Rat der Stadt Meerbusch hatte bereits in seiner Sitzung am 26. Februar einstimmig entschieden, den geänderten Antrag des Flughafens zur Kapazitätserweiterung mit allem Nachdruck abzulehnen. Der Airport möchte statt wie bisher 45 künftig 60 Flugbewegungen pro Stunde im Parallelbahnbetrieb abwickeln. "Die Belastung der Meerbuscher Bevölkerung ist schon jetzt unzumutbar. Eine neuerliche Erweiterung würde zu einer weiteren Steigerung führen", heißt es in der Stellungnahme des Rates.

"Wir sind uns der wirtschaftlichen Bedeutung des Flughafens für die Region selbstverständlich bewusst", so Mielke-Westerlage. "Wir wissen auch, dass das Mobilitätsbedürfnis der  befriedigt werden muss. Aber schon heute sind Nachtruhe und Lebensqualität durch den Fluglärm immens beeinträchtigt." Auch die negativen Auswirkungen des Lärms auf die menschliche Gesundheit seien inakzeptabel. Auf die Forderung nach lärmmindernden Maßnahmen gehe der Flughafenantrag nach wie vor nicht ein. Statt dessen sei damit zu rechnen, dass die Verspätungen und damit die Nachtflüge erheblich zunehmen werden, wenn die Betriebsgenehmigung ausgeweitet würde.

"In Meerbusch-Büderich ist es genauso laut wie an der lautesten Messstelle in Frankfurt, obwohl dieser Flughafen dreimal größer und wichtiger ist", sagt Christoph Lange vom Verein "Bürger gegen Fluglärm".  

Ein Schwerpunkt der Meerbuscher Bemühungen liegt nach wie vor auf der Wahrung der Nachtruhe. Im Jahr 2014 landeten auf dem Düsseldorfer Flughafen über 10.000 Maschinen nach 22 Uhr. Nach 23 Uhr waren es über 1.200. Mielke-Westerlage will sich deshalb dafür einsetzen, das die jetzt noch geltende "Homebase-Carrier-Regelung" und die "Off-Block-Regelung" abgeschafft werden. Die "Homebase-Carrier-Regelung" gewährt den acht am Flughafen ansässigen Fluggesellschaften unter anderem auch Landungen nach 23 Uhr. Nach der "Off-Block-Regelung" gelten Maschinen als gestartet, die an ihrem Startflughafen die Türen geschlossen und das Gate verlassen haben. Der tatsächliche Start aber zieht sich in vielen Fällen wegen Staus an der Startbahn oder Einschränkungen im Luftraum noch erheblich hin. Das wiederum führt unweigerlich zu verspäteten Landungen am Zielort.

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