| 20.14 Uhr

Meerbusch
Hoffnung: Weniger Fluglärm durch neue Flieger

Fluglärm, Ludger Dohm,
Gipfeltreffen zum Fluglärm (. l.): Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage, Flughafenchef Ludger Dohm, Veronika Bappert (Leiterin Umweltbüro Flughafen), Ronald Heyne und Michael Fuhrmann (beide Deutsche Flugsicherung). FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Flughafenchef Ludger Dohm stellte beim Fluglärmgipfel am Abend im Rat sinkende Lärmemissionen durch neue Flugzeugtypen in Aussicht. Steilere Anflüge würden den Lärm nicht sinken lassen. Politik und Bürger hakten kritisch nach. 

Es war eine ausufernde und emotionalen Fluglärm-Debatte, die ohne konkrete Zusagen verlief: Die Meerbuscher können dennoch Hoffnung haben, dass der Fluglärm sich in den kommenden Jahren mindert. Wie Düsseldorfs Flughafenchef Ludger Dohm am Abend in der Ratssitzung mitteilte, startet seit Herbst 2015 der laute und mit einem schlechten Steigverhalten ausgestattete Flieger A340 nicht mehr auf der Lanker Route. Die Lufthansa werde schon Ende des Jahres neue leisere Flieger starten lassen: Für 2017 sei etwa der A350 angekündigt, mit geringeren Lärmemissionen. 

Keine anderen Stadtteile belasten
Der Flughafengipfel war mit Spannung erwartet worden. In drei Konferenzen hatte Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage im Dialog mit dem Flughafen versucht, Lösungen für die Lärmminimierung für die Lanker zu finden versucht. Die Deutsche Flugsicherung sieht dafür aber keine Chance. Angelika Mielke-Westerlage betonte als Ergebnis deutlich: "Wir wollen keine anderen Stadtteile belasten, das war immer sicher. Der Westen von Nierst würde bei Alternativrouten belastet." 


81 Starts gehen derzeit im Schnitt täglich über Lank, das sind 27 Prozent aller in Richtung Westen startenden Flieger. Viele Lanker Bürger brachten ihren Unmut darüber zum Ausdruck, dass der Fluglärm seit Jahren eine starke Belastung darstelle. Airport-Chef Ludger Dohm stellte dem entgegen, dass sich der Lärm über die Jahrzehnte deutlich reduziert habe. "Wir reden von einer Reduktion um zehn Dezibel, das wird wie eine Halbierung des Lärms wahrgenommen, trotz einer Verdreifachung des Flugverkehrs." 
Vehement forderten die Bürger aus Lank auch, die Flugzeuge steiler starten zu lassen, damit sie über Lank in einer höheren Höhe unterwegs sind. Aber: "Das steilere Fliegen heißt nicht, dass es am Boden leiser ist. Die Effekte von weniger Schub und mehr Höhe heben sich immer auf", sagte Lufthansa-Pilot Markus Kreher. Die Flugzeuge müssten mehr Kraft aufbringen, dadurch würde es lauter. Kreher war 17 Jahre Airbus-Pilot, fliegt jetzt eine Boeing 747. 

Laute Polizeihubschrauber

Aufschlussreich war auch eine Lärmkarte, die der Flughafen vorlegte – demnach war es in 2015 auffällig häufiger nachts laut als in den Vorjahren. Dies liegt laut Veronika Bappert vom Nachbarschaftsdialog des Flughafens einzig an neun im Jahr 2015 gestarteten Polizeihubschraubern.

Mehr Sorge, das wurde gegen Ende der Debatte deutlich, bereitet der Politik die geplante Kapazitätserweiterung des Flughafens. Das Bündnis "Bürger gegen Fluglärm" machte im Vorfeld der Sitzung darauf aufmerksam, dass die Lärm- und Abgasbelastung durch die Anlieger um 30 Prozent steigen würde. Flughafenchef Dohm sagte zu, im Rahmen der Offenlage auch in Meerbusch zu diskutieren. 

 

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