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Das Wochenende
Foto-Impressionen vom Land am Fluss

Das Wochenende: Foto-Impressionen vom Land am Fluss
Nicola Meynköhn mit einem ihrer Fotos, die sie ab Samstag in der Stadtbücherei in Büderich zeigt. Titel: Meerbusch - Land am Fluss. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Beim "Gassigehen" mit ihrem Hund entdeckte Goldschmiedin Nicola Meynköhn eine neue Leidenschaft - die Fotografie. Erstmals stellt sie in der Stadtbücherei Büderich ihre Bilder aus, Von Regina Goldlücke

Wer einen großen Hund hat, muss oft an die frische Luft und kommt herum. Doch immer nur dieselbe Tour, das war Nicola Meynköhn zu langweilig. Bald dehnte sie die Spaziergänge mit ihrem Appenzeller Sennerhund Vienna von Osterath auf andere Meerbuscher Stadtteile aus. Fünf Routen gehören schon seit Jahren zu ihrem Repertoire. "Doch auch die kannte ich irgendwann bis auf den letzten Meter", erzählt die Goldschmiedin. "Ich sehnte mich nach Abwechslung und einer Inspiration."

Sie kaufte sich einen Fotoapparat, belegte Volkshochschul-Kurse bei der renommierten Düsseldorfer Fotokünstlerin Olga Kaloussi - und hatte ihre neue Leidenschaft gefunden. Über drei Jahre lernte sie bei ihr, hortete enorme Mengen an Bildern und archivierte sie auf dem Computer. Bis sie eines Tages dachte: "Wie schade, dass niemand sie sehen kann."

Das ändert sich jetzt. Nicola Meynköhn bestückt mit einem Dutzend ihrer großformatigen Fotos die Ausstellung "Meerbusch - Land am Fluss" in der Büdericher Stadtbücherei. Am Samstag um 11 Uhr ist Vernissage am Dr.-Franz-Schütz-Platz, zur Einführung spricht Thomas Cieslik, Kulturbeauftragter der Stadt Meerbusch.

Bis zum 9. Januar können die Bilder zu den üblichen Öffnungszeiten besichtigt werden. Es sind ausschließlich Landschafts-Fotografien. "Ich beschrifte sie, damit man sieht, wo sie gemacht wurden", sagt Nicola Meynköhn, "aber manche Motive erkennt man sofort. Der Rhein ist zu jeder Jahreszeit faszinierend." Ihr Blick schweift übers Land zum weiten Horizont. Sie sucht die Ufer nach Besonderheiten ab, hält Feldarbeit, Transportwege auf dem Fluss, die Überflutung der Rheinauen und die seltsamen "Hungersteine" fest, deren Bedeutung sie bisher nicht ganz sicher kennt. "Ohne Fotoapparat gehe ich nie mehr aus dem Haus", beteuert Nicola Meynköhn, deren angestammter Beruf ebenfalls ein künstlerischer ist. Seit 25 Jahren arbeitet sie in ihrem Goldschmiedeatelier ganz unten an der Dorfstraße in Büderich.

Die Haltestelle der U-Bahn ist nah, aber Laufkundschaft verirrt sich nur selten zu ihr. "Schmuck kauft keiner im Vorbeigehen. Ich habe mir im Laufe der Zeit einen Kreis von treuen Stammkunden aufbauen können", berichtet sie. Es war ein mutiger Schritt von ihrer ersten Meisterstelle an der Düsseldorfer Königsallee in die Selbstständigkeit. "Büderich kannte ich vorher gar nicht", sagt die gebürtige Kielerin. "Ich hatte damals nur den Wunsch, mich mit meinem kleinen Laden auch in einem kleineren Ort zu etablieren."

Ganz leichtsinnig und naiv sei sie ans Werk gegangen, doch es habe sich gelohnt. Bis auf die Aufträge, die sie an eine Gießerei in Pforzheim und einen Steinfasser vergibt, arbeitet Nicola Meynköhn komplett autark und genießt es: "Ich muss mich über wenig ärgern, und wenn, dann über mich selbst."

Ihre Vorliebe gilt den großen Farbsteinen. "Ich liebe üppigen Schmuck. Extrovertiert, aber schlicht. Meine Linie ist klar - die Stücke sind modern und müssen es auch 50 Jahre lang bleiben."

Quelle: RP
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