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Meerbusch
Ganz Meerbusch in einer Tasche

Meerbusch: Ganz Meerbusch in einer Tasche
Jana Schmidt und Claudia Hördt (v.l.) beraten eine Neubürgerin, die sich bei ihnen im Bürgerbüro Lank anmelden will. FOTO: Dackweiler, Ulli (ud)
Meerbusch. Jeder Neubürger, der sich in einem der Bürgerbüros mit neuer Adresse in Büderich, Lank oder Ilverich anmeldet, bekommt einen gut gefüllten Beutel als Willkommensgruß - mit Hymne, Sattelschutz oder Anhänger. Von Anke Kronemeyer

Wer alles benutzt, was in der Willkommenstasche drin ist, ist schon mal gut informiert und mit Meerbusch-Design ausgestattet: Außer dem Begrüßungsschreiben der Bürgermeisterin gibt es einen Jahres-Gutschein für die Bibliothek, eine umfassende Info-Broschüre mit allen Adressen von Vereinen, Ärzten oder Namen von Politikern, den Umweltkalender, Kulturtermine der nächsten Wochen, einen Gutschein für ein Schnupperabo der Rheinischen Post und zur Wahl entweder einen Schlüsselanhänger, einen Sattelschoner mit Meerbusch-Motiven drauf oder die schon legendäre CD mit der Meerbusch-Hymne. Und wenn das Hallenbad saniert ist, gibt es dafür dann auch noch Eintrittskarten in der Willkommenstüte. "Damit wollen wir unseren Neubürgern bei ihren Erstkontakten einfach nur ein positives Einstiegserlebnis vermitteln und sie nett begrüßen", beschreibt es Stadt-Pressesprecher Michael Gorgs, der zum Beispiel alle drei Jahre die 86 Seiten starke Informations-Broschüre verfasst.

Holger Reith, Leiter der Bürgerbüros der Stadt, weiß: "Die Neubürger freuen sich richtig über unsere Tüte." Die Stadt lässt sich dieses Begrüßungsgeschenk jeweils 20 Euro kosten.

Zieht ein Neubürger nach Meerbusch, muss er auf jeden Fall in eines der drei Bürgerbüros - entweder nach Lank, nach Büderich oder Osterath. Dort erwarten ihn die insgesamt elf Mitarbeiterinnen, die an den unterschiedlichen Standorten arbeiten. "Bei einem Neubürger ist unsere erste Frage immer: Haben Sie auch die Bestätigung Ihres Vermieters dabei?" erklärt Claudia Hördt aus dem Bürgerbüro Lank ihren Standardsatz zur Begrüßung. Dann geht es ratzfatz: Hier ein Formular, dort eine Unterschrift - und fertig ist das Anmeldeverfahren. Ist alles geregelt, greifen Hördt und ihre Kolleginnen schon zur Willkommenstasche und erklären den Inhalt.

Auf diesem Wege haben die Bürgerbüro-Mitarbeiterinnen tausende von Kontakten im Jahr. Holger Reith: "30.000 bis 35.000 Kontakte kommen da zusammen - persönlich oder per E-Mail."

Die Bürgerbüros sind aber nicht nur für Anmeldungen, sondern auch für Verlängerung von Reisepässen und Ausweisen zuständig, sind Fundbüro, zuständig für das Fischereiwesen und damit die Ausweise von Anglern, geben jegliche Form von Abfallsäcken aus und verkaufen die städtischen Marketingartikel wie Tasse, Wein, Poster, Cap oder Handy-Schale. "Und sind natürlich Anlaufstelle für jegliche Form von Fragen", weiß Holger Reith. Egal, ob jemand wissen will, wo er sein Auto an- oder ummelden kann oder einfach nur eine Info für seinen Alltag braucht.

Er und sein Team legen Wert darauf, zu vielen Stunden in der Woche ansprechbar zu sein. "Kreisweit haben wir in Meerbusch die meisten Öffnungszeiten", ist Reith stolz. Denn die Bürgerbüros seien häufigste Anlaufstelle für Meerbuscher - egal, ob neu oder schon länger dort wohnhaft. "Nur mit der VHS oder dem Hallenbad haben sie vielleicht häufiger zu tun als mit uns." Darum legt er auch Wert darauf, dass niemand lange warten muss. "Bei uns braucht man keine Nummern zu ziehen oder Termine zu vereinbaren - das geht immer alles ganz schnell." Zum Vergleich: In Berlin müsste man einen Monat auf einen Termin warten.

2015 meldeten sich 3867 Personen neu in Meerbusch an, 3301 ab. "Das sind meistens junge Leute, die nach dem Abi erst mal wegziehen. Die meisten kommen aber wieder, wenn sie eine Familie gründen wollen."

Quelle: RP
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