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Ostern 2016
Gemeinde startet 120-Fenster-Projekt

Ostern 2016: Gemeinde startet 120-Fenster-Projekt
Unser Foto zeigt die Fensterelemente. Jedes Rechteck muss herausgenommen und neu eingefasst werden. Jedes einzelne Fenster bewirkt Sanierungskosten in Höhe von 2100 Euro. 250.000 Euro müssen für die Fenstersanierung investiert werden. Die Fenster wurden vom Meerbuscher Künstler Will Brüll gestaltet. FOTO: Dackweiler, Ulli (ud)
Meerbusch. Es ist ein Zeichen des Aufbruchs: In wenigen Wochen startet die Sanierung der evangelischen Kirche Osterath. Für die Gemeinde ist dies ein Bekenntnis zum Standort. 250.000 Euro kostet die Fenstersanierung insgesamt. Von Sebastian Peters

56 Jahre ist die evangelische Kirche in Osterath jung, und doch schon jetzt stark sanierungsbedürftig. 120 rechteckige Glasfenster mit einzelnen Glaselementen müssen in Kürze herausgenommen und neu eingefasst werden. Durch die undichten Fenster dringt seit Jahren das Wasser ein. Wenn es stark regnet, wird es in der Kirche feucht. Der Zustand einer Dauerbaustelle wird nun behoben: Im Mai startet die Sanierung, die Kirche bleibt dann zunächst geschlossen.

250.000 Euro werden für die Fenstersanierung investiert, 190.000 Euro hat die Gemeinde noch in den Rücklagen. Von den restlichen 60.000 Euro, die über Spendengelder hereinkommen sollen, sind zwar nur 13.000 Euro beisammen. "Wir fangen jetzt dennoch an", sagt Presbyter Wolrad Rube. Die Gemeinde setze darauf, dass die restlichen Spenden während der Arbeiten erfolgen, die im Oktober abgeschlossen sein sollen.

Für Wolrad Rube ist die Sanierung auch ein Bekenntnis: "Die Kirche ist 56 Jahre alt, sie soll auch die nächsten 50 Jahre stehen. Wir sind ein stabiler Faktor am Ort." Er versteht das Gotteshaus, in dem auch Kunstausstellungen und Konzerte besucht werden können, als "Kulturgut Osteraths".

Für die 3200 Seelen zählende Gemeinde bedeutet die Sanierung zunächst Einschränkungen: Ein Teil der Gottesdienste soll im Gemeindehaus gefeiert werden. Für größere Anlässe, etwa die Konfirmation, weicht die evangelische Kirche in die benachbarte katholische Kirche St. Nikolaus aus. "Da sind wir Pfarrer Viertel sehr dankbar für die Gastfreundschaft", sagt Rube. Das sei Zeichen einer starken ökumenischen Bewegung im Dorf.

Das evangelische Gotteshaus hat schon viele Veränderungen erfahren. 1960 wurde die Kirche eingeweiht, teils aus Resten anderer Bauwerke (Rube: "Sie war damals so teuer wie drei Reihenhäuser"). Immer wieder erfuhr sie Veränderungen - die Decke wurde blau angemalt, die Ausrichtung der Stühle verändert. Dies sind Zeichen des Wunsches nach Veränderung, aber auch der Tatsache, dass sich die Gemeinde eng mit ihrer Kirche identifiziert. Anfang 2000 wurde die Kirche unter Architekt Karl-Hans Pfleiderer aus Neuss grundsaniert und, unter Anbau einer gläsernen Apsis, wieder in Längsrichtung bestuhlt.

Wesentliches Element blieben dabei die Glasfenster des Meerbuscher Künstlers Will Brüll. Sie lassen je nach Sonneneinstrahlung auch die Kunstwerke, die im Rahmen der Wechselausstellung "Kunst in der Apsis" präsentiert werden, in immer neuem Licht erscheinen. Die Wechselausstellungen sind es, die das Engagement in der Gemeinde ganz besonders dokumentieren. In diesen Tagen ist die 100. Ausstellung zu sehen. Johanna Sandau zeigt ihre von starken Farben dominierten Werke. Heute werden die bisher verhüllten Bilder erstmals zu sehen sein. Es ist die letzte Ausstellung, bevor die Kirche ihr 120-Fenster-Projekt startet.

SPENDENINFOS UNTER WWW.EV-KIRCHE-OSTERATH.DE

Quelle: RP
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