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Meerbusch
Gewerbegebiet an der A 44: Neue Mehrheit

Meerbusch. Der Planungsausschuss hat den nächsten Schritt in der Entwicklung des Gewerbeareals eingeleitet. Der neue Partner Krefeld wurde beschimpft. Von Sebastian Peters

Das umstrittene Gewerbegebiet an der A44 soll in interkommunalen Gesprächen von Meerbusch und Krefeld in den kommenden Monaten weitergeplant werden - trotz Protesten der Anwohner und vehementer Kritik einer breiten Front der kleinen Ratsfraktionen. Das hat der Planungsausschuss gestern nach zweistündiger Debatte mit Stimmenmehrheit von CDU und SPD beschlossen. Elf Stimmen waren für die Weiterentwicklung der Planung, sechs dagegen. Gemeinsam mit der Bezirksregierung sollen beide Kommunen jetzt einen Vertrag entwickeln. Ein Wirtschaftsprüfungsbüro soll Rechtsformen für eine zu gründende Gesellschaft darstellen. Das gestrige Votum hat empfehlenden Charakter für den Rat am 30. Juni, der final beschließen muss. Die Mehrheit von SPD und CDU gilt dort als stabil.

Karsten Weigmann (Die Aktiven) warnte vor dem Votum: "Wir bringen einen Stein ins Rollen, der nicht mehr aufzuhalten ist." Hans-Werner Schönauer (CDU) entgegnete: "Wir beschließen nichts, wir beschließen nur, dass verhandelt wird."

Interkommunale Zusammenarbeit oder eine alleinige Meerbuscher Lösung? Ein tiefer Graben zieht sich in dieser Frage durch die Politik. Die Stadtverwaltung um Dezernent Michael Assenmacher sah sich wegen ihrer Ziele heftiger Kritik ausgesetzt. Insbesondere wurde von Teilen der Politik die angestrebte Allianz mit Krefeld hinterfragt. "Krefeld ist der unzuverlässigste und unseriöseste Partner, den man sich vorstellen kann", sagte Joachim Quaß (Grüne). Anwohner äußerten die Befürchtung, dass Meerbusch am Ende als kleinere Stadt nur Juniorpartner in der neuen Gesellschaft sein werde. Dem widersprach Nicole Niederdellmann-Siemes (SPD): Meerbusch habe eine große Fläche, sei deshalb kein Juniorpartner. 70 Hektar des 121 Hektar großen Gebietes entstehen auf Meerbuscher Flächen.

Dezernent Assenmacher warb vor der Entscheidung für das Vorhaben: Arbeitsplätze für die Jugend würden geschaffen, Jobs für Hochqualifizierte könnten entstehen. "Wir wollen eine Marke Meerbusch entwickeln", sagte der Dezernent, der sich dort zum Beispiel Technologieunternehmen wünscht. Dem hielten Anwohnervertreter um den Sprecher der Bürgerinitiative, Jochen Weingartz, entgegen, dass selbst ein altes IHK-Gutachten den Bau eines Gewerbebetriebes dort als nicht umweltverträglich bezeichnet. Landwirtschaftliche Flächen würden verloren gehen, argumentierte Heinz-Peter Kreuels als Vertreter der Landwirte. Für Kritik sorgte bei den Anwohnern auch die Beobachtung, dass es sich in der Planung um ausgewiesene Industriefläche handelt. Die Politik versicherte mehrfach in Wortbeiträgen, dass nur Gewerbe und Handwerk angesiedelt werden sollen.

Quelle: RP
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