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Andreas Gantenhammer
Goldene Schale für Aachener Dom aus Osterath

Andreas Gantenhammer: Goldene Schale für Aachener Dom aus Osterath
Diese goldene Schale hat Andreas Gantenhammer für die Schatzkammer des Aachener Doms entworfen. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Ausgefallene Design- ideen hatte Andreas Gantenhammer schon viele: Er entwarf Straßenlaternen, Türdrücker, Logos oder Designs für Mineralwasser. Aber das neue Produkt aus der Ideenschmiede des Osterather Designers ist ausgefallener als alles andere: Es ist eine 2,3 Kilogramm schwere filigrane Schale, die je nach Goldgehalt bis zu Von Viktoria Spinrad

30.000 Euro wert sein kann. Eine goldene Schale im Wert von 7800 Euro wird er in der nächsten Woche im Aachener Dom überreichen. Es handelt sich dabei um ein Geschenk des Osterathers an das Bistum. "Als ich den Dom besucht habe, wurde mir klar, dass die goldene Schale in der Domschatzkammer bestens aufgehoben wäre."

Vor sieben Jahren zog es den Bayern von Düsseldorf nach Meerbusch, denn das Gelände der Alten Seilerei entpuppte sich als ideales Kreativlabor für die hauseigenen Entwürfe. Gemeinsam mit seiner Frau Julia spinnt Gantenhammer dort Ideen und realisiert und exportiert diese. Der Wahl-Meerbuscher ist schon lange kreativ unterwegs: Nach einem gestalterischen Schulabschluss zog es ihn an die Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd.

Die ersten Aufträge flatterten bald ins Haus: Noch vor seinem Diplom als Designer erhielt Gantenhammer den Zuschlag für den Entwurf des Logos des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. Seitdem heimste seine Firma "Gantenhammer" allerlei Preise ein: Dieses Jahr gewann sie den "Interior Innovation Award 2015" sowie den "German Design Award 2015". Außerdem ist seine Firma im Buch der "Großen Deutschen Marken" verewigt, und der Designer ist Mitglied im Rat der Formgebung.

Wenn das Ehepaar Gantenhammer nicht neue Ideen entwickelt, lehrt es Informationsdesign und -wissenschaft an der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität.

Die Herstellung der zu stiftenden Goldschale wäre auch guter Stoff für ihre eigene Vorlesung, denn die Produktion könnte kaum komplizierter sein: Vereinfacht gesprochen dient ein Online-Modell mit 3D-Programm als Vorlage für einen Wachsabdruck, der jedes Mal aufs Neue hergestellt werden muss - es mutet fast poetisch an, wenn Gantenhammer ihn als "Guss der verlorenen Form" beschreibt. In der Vollendung beschießen Stahlkugeln unterschiedlicher Größen die ansonsten glatte Oberfläche. Jedes Modell wird so zum Unikat, "ein Symbol für das Moderne und Vernetzte", sagt Gantenhammer.

Wie beim Betrachten des U-Bahn-Planes von New York, zeige die Form die Abhängigkeit der einzelnen Elemente. Von den sieben Prototypen der Reihe "tect-o-doré" bekommt eines kommende Woche Donnerstag nun ein ganz besonderes Zuhause: Dann wird der Aachener Dompropst Manfred von Holtum die Schale für die Schatzkammer offiziell in Empfang nehmen. Der genaue Ausstellungsort ist noch geheim, aber Gantenhammer zeigt sich zufrieden mit seiner Wahl: "Wir wussten, dass die Schale mit ihrer zeitlosen Ästhetik besonders gut in die Aachener Domschatzkammer passen würde."

Wer demnächst keinen Besuch in Aachen plant und spezifische Designvorstellungen pflegt, kann sich seine eigene Schale individuell anfertigen lassen. Vorlaufzeit: bis zu sechs Wochen. Während die Herstellung weiterer Schalen anläuft, werkelt Gantenhammer bereits an neuen Projekten.

Quelle: RP
 
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