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Meerbusch
Große Diskussion um Parkgebühren

Meerbusch: Große Diskussion um Parkgebühren
Viele RP-Leser kamen auf den Dr. Franz-Schütz-Platz, um ihre Meinung zu sagen und im Gespräch mit den RP-Redakteuren Martin Röse und Anke Kronemeyer (v.re.) zu diskutieren. FOTO: Ulli Dackweiler
Meerbusch. Eine Stunde lang diskutierten RP-Leser mit der Meerbuscher Redaktion gestern am Stand der Mobilen RP-Redaktion auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz. Im weiteren Verfahren sind jetzt die Parteien am Zuge Von Anke Kronemeyer, Martin Röse und Viktoria Spinrad

Einzelhändler, Anwohner, Marktbeschicker, Radfahrer, Fußgänger - das Thema Parkgebühren beschäftigt alle. Und jeder hat seine Meinung, die er gestern auch klar und deutlich äußerte. Dabei wurden alle Varianten angesprochen: die erste halbe Stunde ("Brötchentaste") gratis, danach 50 Cent oder gleich ein Euro, vielleicht sogar eine Schranke, aber auch Anwohnerausweise für die Nachbargebiete.

Werner Schmalbach kam extra aus Lank zur Mobilen Redaktion: "Parkgebühren werden dafür sorgen, dass die Bewohner der Rheingemeinden lieber direkt nach Krefeld-Linn zum Einkaufen fahren. Dann lassen die Lank links liegen."

Heribert Jansen: "Ich wohne am Brühler Weg in Büderich. Dort stellen schon jetzt schon viele Auswärtige ihr Auto ab. Gerade bei Beerdigungen gibt es keine Parkplätze mehr. Wenn Parkplätze auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz kostenpflichtig werden, wird sich das wilde Parken am Brühler Weg bestimmt deutlich verschlimmern."

Detlev Reichmuth: "Ich habe vor der Ratswahl mit Vertretern von SPD, CDU, FDP und UWG in Strümp gesprochen. Alle haben mir versichert: Mit uns kommen keine Parkgebühren. Wenn die kommen, gibt's ein Verkehrschaos. Bedacht werden sollte auch, dass der Anteil der älteren Menschen in Meerbusch überdurchschnittlich hoch ist. Viele von ihnen sind aufs Auto angewiesen, um einkaufen zu können."

Michael Eckert (Die Linke): "Die Einnahmen für die Stadt sind ja nur ein Teilaspekt. Wenn die Parkgebühren kommen, wird die Welt nicht untergehen - aber ich bin sicher, dass dann viele Meerbuscher sich mal eher fragen, ob sie nicht mit dem Rad zum Einkaufen fahren."

Marina Mannes: "Ich bin für Parkgebühren. Die Einwohner sind relativ wohlhabend, sie werden sich Parkgebühren leisten können - oder mal mehr mit dem Fahrrad fahren. Ich bin immer mit dem Fahrrad unterwegs - das klappt sehr gut."

Gabi Arnst: "Nach Büderich zu fahren, bedeutet für mich auch: in Ruhe etwas einkaufen, einen Kaffee trinken. Das lässt sich nicht in einer halben Stunde erledigen. Die Parkscheibenregelung hilft, die gute wirtschaftliche Situation zu erhalten. Ich bin sicher, dass Parkgebühren dazu führen, dass die Einnahmen der Geschäfte einbrechen und sie weniger Steuern bezahlen. Parkgebühren rechnen sich nicht."

Ursula Vogel: "Ich habe gegen die Einführung von Parkgebühren unterschrieben. Viele Rentner wollen sich hier aufhalten. Was man allerdings einmal überlegen sollte: die Dauerparker-Parkplätze auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz abzuschaffen. Und wenn Parkgebühren kommen sollten, dann sollte zumindest die erste Stunde gratis bleiben."

Waltraud Hüls: "Ich seh den Sinn nicht. Das ist wie mit dem Abschalten der Straßenlampen nachts. Man spart nur auf die kurze Sicht."

Hans-Heinz Hemmann: "Ich finde den Vorschlag schlecht. Bisher waren die freien Parkplätze Alleinstellungsmerkmal für Meerbusch. Das hat auch Leute aus der Umgebung angezogen. Mit Parkplatzgebühren könnte man direkt nach Düsseldorf fahren. Und ob es dann bei der ersten halben Stunde für umsonst bleiben würde, zweifel ich auch an."

Ein Anwohner, der seinen Namen nicht nennen wollte: "In einer halben Stunde schafft doch niemand einen Einkauf. Wenn schon Parkgebühren, dann sollte man die Langzeitparker anpeilen, die den ganzen Tag auf dem Dr.-Franz-Schütz-Platz stehen."

Hans Groote: "Ich bin strikt dagegen. Was jetzt noch besprochen wird, wird auf lange Sicht nicht gehalten. Die Entscheidung wäre ein Türöffner für eine weitere Kommerzialisierung der Stellflächen. Was wir in Büderich zu bieten haben, ist dieser kostenlose Parkplatz, der für alle kostenlos ist, nicht nur für die gut Betuchten. Das ist eine Einmaligkeit. Jede Entscheidungsstufe wird jeweils mit vordergründigen Argumenten geschmückt. Es sollten keine leichtfertigen Entscheidungen getroffen werden."

Andreas Brauer, UWG-Geschäftsführer: "Die Verwaltung sollte erst genauestens überprüfen, ob sich ein kostenpflichtiger Stellplatz nicht privat betreiben ließe. Ein privater Betreiber würde ja auch die Kosten der Parkuhren übernehmen. Wir brauchen genauere Untersuchungen und Rechnungen der Stadt. Und wenn, sollte die Brötchentaste auf eine Stunde ausgeweitet werden."

Rosmarie Schmidt und Renate Gewaltig: "Eine Parkgebühr würde vielleicht mehr aufs Rad bringen."

Katharina Braun: "In jedem anderen Ort werden auch Parkgebühren genommen, warum nicht hier?"

August Vordemberge: "Ich bin für die Gebühren und in dem Fall für die Brötchentaste. So kann man der Stadt doch mal was zurückgeben."

Hildegard Neuefeind: "Wenn es die Gebühren gibt, zahle ich nicht."

Per E-Mail haben sich weitere Leser gemeldet: Hans Urbanczik sagt: "Parkgebühren für Meerbusch sind kontraproduktiv." Heinrich Gattineau ist sich sicher, dass durch Gebühren die Geschäfte um den Dr.-Franz-Schütz-Platz weitere Umsatzeinbußen hinnehmen müssten.

Er schlägt freies Parken für Anwohner vor sowie eine erste kostenfreie Stunde für alle anderen. Willi Burchartz glaubt, dass Parkgebühren eine gute Einnahmequelle für die Stadt wären.

Quelle: RP
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