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Meerbusch
Großer Andrang bei Mobiler Redaktion

Meerbusch: Großer Andrang bei Mobiler Redaktion
"Hier war immer was los, es war der schönste Platz in Büderich", sagte Erhard Noack zu RP-Redakteur Martin Röse. FOTO: Dackweiler, Ulli (ud)
Meerbusch. So belebt wie am Dienstag bei der Mobilen Redaktion der Rheinischen Post war der Platz am Deutschen Eck seit der Edeka-Schließung nicht mehr. Viele Anwohner sind in Sorge, wie sich dort die Einkaufsmöglichkeiten entwickeln Von Anke Kronemeyer und Martin Röse

Axel Sadzik wohnt nur einen Steinwurf vom Deutschen Eck in Büderich entfernt. "Die Vielfalt des Angebotes ist mit der Edeka-Schließung deutlich nach unten gegangen", sagt er. Und noch etwas anderes treibt ihn um: "Dieser Platz war ein Kommunikationszentrum, hier hat man Bekannte getroffen, das ist jedoch alles hinfällig. Wie wird's hier in drei Jahren aussehen?" Er weiß: Die Stadt ist nicht der Eigentümer, die Einflussmöglichkeiten sind begrenzt. "Aber zumindest muss sie dafür sorgen, dass dieser Platz attraktiv bleibt." Alexandra Schellhorn vom Stadtmarketing hält das für eine gute Idee. "Es wäre zum Beispiel toll, wenn die Veranstaltung ,Urlaub am Deutschen Eck' wiederbelebt werden könnte", sagt sie und verspricht: "Wir vom Stadtmarketing geben den Händlern dabei gerne Unterstützung." Doch die Händler leiden. "Der Wegfall des Ankermieters und Frequenzbringers macht sich bei uns deutlich bemerkbar", sagt Udo Schmitt, der zwei Friseursalons am Deutschen Eck betreibt. Moni Sperling betreibt den Blumenladen an der Ecke. "Natürlich haben wir auch von Edeka profitiert. Man merkt jetzt deutlich einen Unterschied in der Zahl der Kunden."

RP-Redakteurin Anke Kronemeyer (links) im Gespräch mit RP-Leserin Doris Pense. FOTO: Dackweiler, Ulli (ud)

Das bestätigt auch Susanne Hartmann aus dem Pavillon Provencale. "Der Platz hier ist doch jetzt leer, alles ist wie abgeschnitten. Wir haben drastische Umsatzeinbußen." Und auch die Bewohner des südlichen Büderichs vermissen den Supermarkt. Als Henny und Horst Budzinski vor 35 Jahren in die Nähe des Deutschen Ecks gezogen sind, dachten sie, dass sie auch im Alter gut dort leben können. "Alles war zu Fuß zu erreichen", sagen sie und hofften, dass das so bleiben würde. Jetzt aber zweifeln sie daran, dass sie es auch im Alter in dem Viertel bequem haben werden. Hat sich die Wirtschaftsförderung ausreichend bemüht, Kontakte zu vermitteln? Stadtsprecher Michael Gorgs hat auf einem DIN-A4-Zettel in kleiner Schrift notiert, wann wo welche Treffen, welche Telefonate für eine Nachfolge des Edeka-Marktes stattfanden. Ulrike Lang ging viermal pro Woche bei Edeka einkaufen. "Das gehörte zu meinem Tagesablauf. Jetzt tingle ich durch die Gegend, gehe in Neuss zu Real." Renate Kox, Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt Büderich, sagt: "Ich erlebe es in der Tagesstätte: ,Uns fehlt das Einkaufen am Deutschen Eck', sagen unsere Besucher."

Jan Kaiser vertritt den Einzelhandelsverband. FOTO: Dackweiler, Ulli (ud)

Vier ältere Damen sprechen mit einer Stimme: "Wir wollen unbedingt wieder einen Lebensmittel-Laden hier haben", sagen Sigrid Poeschke, Elisabeth Herrmann, Christa Piel und Anni Lang. Gleicher Meinung ist auch Ellen Abker: "Ich bin hier vor Jahren hergezogen, weil eben alles vor der Tür ist. Hier war pralles Leben. Und jetzt? Nichts mehr." Sie und ihre Nachbarin Sabine Hülschenrath waren es auch, die vor Monaten eine Unterschriftenliste initiiert hatten. Mehr als 800 trugen sich ein und wollten sich damit stark machen für einen anderen Supermarkt. "Wir sind echt irritiert, dass es bis jetzt keine Antwort vom Hausbesitzer gibt." Doris Pense hat einige Ideen für den Standort Deutsches Eck: "Warum fragt man nicht Migros aus der Schweiz oder Albert Heijn aus den Niederlanden, ob die hier ein Geschäft eröffnen wollen?" Carmen Proegler schlägt ein ganz neues Konzept für den Laden an der Ecke vor: "Warum tun sich nicht mehrere Einzelhändler zusammen und bieten Fleisch, Fisch, Käse und vielleicht sogar Kurzwaren an?" Ähnlich sieht das Ralf Klopsch: "Eine kleine Markthalle am Deutschen Eck - Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse, Backwaren, Käse, etc. wären dort gut unter die Leute zu bringen."

Wollen wie viele andere einen neuen Supermarkt: Christa Piel, Sigrid Poeschke, Elisabeth Herrmann und Anni Lang (von links). FOTO: Dackweiler, Ulli (ud)

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Quelle: RP
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