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Meerbusch
GWG schafft neuen Wohnraum in Lank

Meerbusch: GWG schafft neuen Wohnraum in Lank
Diether Thelen (Vorstand GWG, v.l.), Martin Backhaus (Architekt), Günter Werner (Aufsichtsrat GWG) und Frank Maatz (Erster Beigeordneter) bei der Grundsteinlegung. FOTO: U. Dackweiler
Meerbusch. Der Grundstein für ein 18-Parteien-Mietshaus an der Rottstraße ist gelegt. Die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Kreis Viersen baut dort öffentlich geförderte Wohnungen, in die zunächst Flüchtlinge einziehen werden. Von Julia Hagenacker

Die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft (GWG) Kreis Viersen AG, zu deren Geschäftsgebiet auch Meerbusch zählt, schafft in Lank neuen nachhaltigen Wohnraum - für Flüchtlinge und Menschen, für die ein Einfamilienhaus oder eine schicke Eigentumswohnung einfach nicht zu bezahlen ist. Als eines der ersten Bauvorhaben dieser Art wird an der Rottstraße ein Mehrfamilienhaus mit 18 Wohnungen errichtet. Gestern wurde der Grundstein gelegt.

Auf dem rund 2400 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Uerdinger Straße und Herta-Klingbeil-Straße entsteht auf einer Breite von 42 Metern ein symmetrisch gegliederter Baukörper mit 18 barrierefreien Wohnungen. Alle Wohnungen sind öffentlich gefördert. Die zwölf Drei-Zimmer-Wohnungen haben eine Wohnfläche von 75 Quadratmetern, die sechs kleineren Zwei-Zimmer-Wohnungen sind 53 Quadratmeter groß.

So wird die rückwärtige Gartenseite des Gebäudes später einmal aussehen, wenn man von der Herta-Klingbeil-Straße darauf guckt. FOTO: Architekten JEP

Martin Backhaus, planender Architekt und Partner im Düsseldorfer Architekturbüro JEP, beschreibt das Projekt so: "Es entsteht ein dreigeschossiges Wohnhaus mit Satteldach, das sich in die städtebauliche Umgebung von Lank harmonisch einfügt. Der Materialmix von Klinkern und Putzfassade und die gestalterischen Vor- und Rücksprünge verleihen dem Gebäuderiegel einen hohen Wiedererkennungswert." Die GWG rechnet mit einem Jahr Bauzeit und der Fertigstellung im Oktober 2017.

Die Planung, heißt es, ermögliche bereits bei der Errichtung eine künftige flexible Nutzung. So soll die Bauweise qualitativ hochwertig sein, zunächst allerdings einen eher schlichten Innenausbau aufweisen. Heißt zum Beispiel: Balkone oder Aufzüge werden zunächst fehlen, räumlich und statisch aber vorgerüstet. Sie könnten dann später nach Bedarf an- oder eingebaut werden, sagt GWG-Vorstand Diether Thelen. In der Innenausstattung würden sanitäre Einrichtungsgegenstände, Böden und Türen in solider, aber sparsamer Ausführung verwendet.

Schließlich sollen die Wohnungen in Lank in einer ersten Nutzungsphase für circa zehn Jahre von der Stadt Meerbusch angemietet und als Flüchtlingsheim genutzt werden. "Nach Ablauf dieser ersten Phase werden die Verschleißteile der Innenausstattung erneuert und die vorbereiteten Ausstattungselemente wie Balkone und Aufzüge nachgerüstet", erklärt Thelen. "Die GWG bleibt Eigentümer und wird die Wohnungen dann aus ihrem Bestand heraus einzeln vermieten - als barrierefreie, seniorengerechte Wohnungen für Alleinstehende und Paare."

Frank Maatz, der als Erster Beigeordneter gestern Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage vertrat, lobt das Bauvorhaben: "Meerbusch braucht dringend erschwinglichen Wohnraum. Diese Grundsteinlegung ist ein gutes Signal."

Bereits vor mehr als einem Jahr hatte die GWG zur Wohnraumsituation für Flüchtlinge erste Gespräche mit Städten und Gemeinden im Geschäftsgebiet aufgenommen. "Unsere Absicht ist es, nachhaltigen Wohnraum zu schaffen", sagt Aufsichtsrat Günter Werner. Außerdem wurde die zeitnahe Realisierung von Neubauvorhaben an Voraussetzungen geknüpft. Dazu zählten sowohl planungsrechtlich eine schnelle Bebaubarkeit als auch die Verfügbarkeit der jeweiligen Grundstücke sowie eine ausreichende Förderkulisse. Daneben, sagt Thelen, lege die GWG aber auch Wert darauf, dass laufende und geplante Modernisierungs- und Investitionsmaßnahmen für den Wohnungsbestand wegen der finanziellen Zusatzbelastung nicht unter den Neubauvorhaben leiden müssen. "Dass das nicht der Fall ist, zeigt sich hier in Lank zum Beispiel 100 Meter die Straße runter: Dort wird zeitgleich zu diesem Neubau ein aus den 1960er Jahren stammendes Haus für 1,5 Millionen Euro modernisiert. Das machen wir auch, weil wir nicht wollen, dass Flüchtlinge gegen die übrige Bevölkerung,ausgespielt' werden können."

Quelle: RP
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